<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[Das pogatscherl | Frida Großhammer]]></title><description><![CDATA[Im pogatscherl schreibe ich über das Ankommen im Burgenland, Tomatenstauden und Lebenentscheidungen, und all die Szenen dazwischen. Mindestens 1x im Monat in eurem Postfach.]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!tHyX!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F09473ffa-fd3f-44c8-8171-aec1e59768fe_1280x1280.png</url><title>Das pogatscherl | Frida Großhammer</title><link>https://pogatscherl.substack.com</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Thu, 18 Jun 2026 22:13:21 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://pogatscherl.substack.com/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Ann-Kathrin Frida Großhammer]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[pogatscherl@substack.com]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[pogatscherl@substack.com]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[Frida Großhammer]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[Frida Großhammer]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[pogatscherl@substack.com]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[pogatscherl@substack.com]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[Frida Großhammer]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[15 | Superpollen]]></title><description><![CDATA[&#220;ber den beruhigenden Effekt von Jahreszeiten]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/15-superpollen</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/15-superpollen</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Sun, 15 Mar 2026 12:17:49 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/f792fb5f-cb72-43b7-888a-beaa3d246fb3_2400x1260.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eigentlich wollte ich noch etwas &#252;ber den Schnee schreiben. </strong>Ich hatte mir schon Notizen gemacht, etwas dar&#252;ber, wie verbindend es sein kann, sich morgens fr&#252;h auf der Stra&#223;e beim Schneeschippen zuzunicken. &#8220;Wahnsinn, oder?&#8221; - &#8220;Ja, Wahnsinn.&#8221;</p><p>Aber diese Zeit, in der es noch einmal einen halben Meter Winter vom Himmel geschneit hat, ist schon lange vorbei. Manchmal findet man noch letzte Reste, vor einem schattigen Hinterausgang beim SPAR oder auf der H&#246;he, in einem Baumschatten in der Steiermark, wo wir die letzten Tage verbracht haben (nicht im Baumschatten, aber in der Steiermark.) </p><p>Jetzt ist er unbestreitbar da, der Fr&#252;hling des <a href="https://science.orf.at/stories/3234548/">Super-Pollenjahrs</a>. Die Esche st&#228;ubt schon, die Birke ist im Anmarsch. Ich bin froh um die vermeintliche Abh&#228;rtung, die ich als Kind auf dem Dorf und im Heustadl erfahren habe, wenn ich das Schniefen und Husten um mich herum h&#246;re. </p><p>Der Zeitpunkt f&#252;rs erste Rasenm&#228;hen und Tomaten-Vorziehen r&#252;ckt n&#228;her. Die Katzen liegen gerade besonders gerne im Rosmarin und lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Im Burgenland sperren nach und nach die Gasth&#228;user zu, Task Forces werden gebildet und es gibt Informationsveranstaltungen zur Ortskernbelebung. </p><p>Gerade merke ich sie wieder, diese seltsame Gleichzeitigkeit: W&#228;hrend ich einerseits miterlebe, wie viel Verunsicherung durch KI entsteht, bricht im Garten die Erde auf und Primeln und Schneegl&#246;ckchen beanspruchen wie jedes Jahr ganz selbstverst&#228;ndlich ihren Platz. Diese sich wiederholende Jahreszeit-Romantik im Kleinen trifft auf das unberechenbare Weltgeschehen im Gro&#223;en und oft wei&#223; ich nicht, was davon sich gerade unwirklicher anf&#252;hlt.</p><p>F&#252;r Jahreszeiten muss man nichts tun, sie passieren einfach. Vor einiger Zeit ist mir das Konzept der <a href="https://medium.com/@PratikNaker/the-seasons-of-life-on-letting-go-and-moving-forward-771166120ca6">seasons of life</a> untergekommen, das, ganz einfach besagt, dass man auch in seinem Leben unterschiedliche Jahreszeiten durchl&#228;uft: Zeiten, in denen man unglaublich produktiv ist, Dinge aufbaut (summer), eine Zeit in der sich grundlegende Dinge &#228;ndern (fall), Zeiten, in denen man durchatmet und reflektiert (winter) und dann eben die Zeit, in der Neues entsteht und sich zeigt (spring). Inwieweit die eigene Jahreszeit gerade mit der vor der T&#252;r &#252;bereinstimmt, kann auch eine Frage sein, die man sich stellen kann, w&#228;hrend man sich das erste oder f&#252;nfte Eis dieses Jahr g&#246;nnt.</p><p><br></p><h3>Gelesen </h3><ul><li><p>&#8220;<strong><a href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/elias-hirschl-schleifen-9783552075887-t-5834">Schleifen</a></strong>&#8221;, von Elias Hirschl (416 S.). Es geht sicher auch darum, inwieweit Sprache unsere Realit&#228;t formt. Vor allem aber kann man Elias Hirschl dabei verfolgen, wie er seine Gedankenexperimente wie gewohnt konsequent bis zum &#196;u&#223;ersten treibt. Das macht unglaublichen Spa&#223; beim Lesen, aber es ist dann auch okay, dass man aus dieser Welt der Sprachexperimente wieder auftauchen kann.</p></li><li><p>&#8220;<strong><a href="https://www.perlentaucher.de/buch/t-c-boyle/i-walk-between-the-raindrops-stories.html">I walk between the raindrops</a></strong>&#8221;, Kurzgeschichten von T.C. Boyle (272 S.). 2022 ver&#246;ffentlicht geht es in den 13 Stories um Hy&#228;nen, Luxuskreuzfahrten w&#228;hrend Covid und Waldbaden genauso wie um Black Mirror- artige Social Scoring Szenarien. Von einigen Stories h&#228;tte ich gerne einen ganzen Roman gelesen, von anderen reichten die jeweils knapp 20 Seiten auch gut aus.</p></li><li><p>ansonsten sehr gute, aber auch &#252;ber Strecken hinweg sehr traurige B&#252;cher. Jedes davon aber auf eine so feine, gute Art, die einen was angeht und etwas in einem ber&#252;hrt. </p><ul><li><p>&#8220;<strong><a href="https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/das-perfekte-buch-kitchen-von-banana-yoshimoto">Kitchen</a></strong>, von Banana Yoshimoto (208 S.).  Das aktuelle Buch unseres Buchclubs, deshalb an dieser Stelle nur: Verr&#252;ckt, wie aktuell sich ein Buch aus 1988! heute noch liest. &#220;ber die Gef&#252;hle, die der Geruch eines offenen K&#252;hlschranks verstr&#246;men kann.</p></li><li><p>&#8220;<strong><a href="https://buchwelten.buch-shop.at/details/NjI2OHpRSVBYbkhFSTRraU5oMHdYTUZqNmtoUVFtOU0zRllOZUhpa3FKbWlkOHZnZUtkdlhzK1p2K2Z4UjhpaQ?extSessionId=2rfsmvr6jarued9pmadhks4e63&amp;extToken=BuchweltenShop&amp;p=0">Gelb, auch ein sch&#246;ner Gedanke</a></strong>&#8221; von Nefeli Kavouras (240 S.). Einen Auszug davon las sie bereits letztes Jahr beim Bachmannwettbewerb und auch damals hat es mich gepackt: Auf eine so nachvollziehbare Weise wird &#252;ber ein Mutter- und Tochtergespann erz&#228;hlt, das ihren Vater/ Mann beim Sterben begleitet und nach &#252;ber 8 Jahren langsam genug davon hat. Es geht mit viel Liebe zu den Figuren um die erste Liebe, Pasta mit Auberginen und tr&#246;stliches Moos. </p></li></ul></li></ul><h3>Gesehen </h3><ul><li><p>&#8220;Mehr Filme schauen&#8221;, ist ein guter Vorsatz, scheitert aktuell aber an den mangelnden Kinos im Burgenland. Und da die Bahnstrecke nach Wien gerade elektrifiziert wird, und es ehrlicherweise auf dem Sofa auch sehr bequem ist, sind wir auf den Streamingdienst mubi ausgewichen. Zwei Highlights davon:</p><ul><li><p><strong>&#8220;<a href="https://www.filmakademie.wien/de/film/die-letzte-wette/">Die letzte Wette</a>&#8221;</strong> (2024): Im Kurzfilm der &#246;sterreichische Regisseurin Meike W&#252;stenberg begleiten wir ein altes Ehepaar, das um das letzte St&#252;ck Schokolade wettet und daf&#252;r auch bis zum &#196;u&#223;ersten geht. <em><strong>&#8594; F&#252;r alle, die mit ihren Gro&#223;eltern auch diesen einen Schrank verbinden, in dem die S&#252;&#223;is lagern.</strong></em></p></li><li><p><strong>&#8220;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=FczpuEwxcWk">L&#8217;accident de piano</a>&#8221;</strong>(2024): Eine Action-Influencerin zieht sich nach dem titelgebenden &#8220;Vorfall" mit einem Klavier in die Berge zur&#252;ck. Dort wird sie von einer Journalistin mit ihrer Vergangenheit erpresst. <em><strong>&#8594; F&#252;r alle, die die Anf&#228;nge von YouTube miterlebt haben</strong></em></p></li><li><p><strong>&#8220;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=ikF-JqTmA14">Magic Farm</a>&#8221;</strong> (2025): Eine selbstverliebte Dokumentarfilm-Crew aus New York ist auf der Suche nach abgelegenen Trends auf der ganzen Welt. F&#252;r ihr n&#228;chstes Video, landen sie versehentlich im falschen Land und beschlie&#223;en deshalb die Bewohner des argentinischen Dorfs, in dem sie gelandet sind, anzuheuern um selbst einen Trend zu kreieren, w&#228;hrend im Hintergrund eine Umweltkatastrophe w&#252;tet. <em><strong>&#8594; F&#252;r alle, die beim Wort &#8220;skuril&#8221; auf den Like Button klicken w&#252;rden</strong></em></p></li></ul></li></ul><h3>Geh&#246;rt</h3><ul><li><p>Ein Album, ein ganzes, richtig am St&#252;ck n&#228;mlich: &#8220;<a href="https://open.spotify.com/intl-de/artist/0Sml2R0cEKWDqHaVLavNQq">Annemarie</a>&#8221; von Laurenz Nikolaus. F&#252;hlt sich an wie in einem Beisl in Wien sitzen und von einem guten Freund, der nat&#252;rlich Schnurbart tr&#228;gt, Geschichten &#252;ber sein Dating-Leben in Wien erz&#228;hlt zu bekommen. <a href="https://fm4.orf.at/stories/3052310/">&#8220;Es geht um Liebe und alles, was die Liebe mit sich bringt&#8221;</a> sagen sie selbst &#252;ber ihr Album. Dazu unbedingt die Musikvideos schauen in denen auch ein Robert Palfrader als Teufel, der im Volksgarten tanzt vorkommt.</p></li><li><p>&#8220;<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/3YkxaxlYntwm5uEPXo4osA?si=29f52ef226214ecf">Spooky</a>&#8221; aus dem Soundtrack von Jim Jarmusch aktuellem Kinofilm &#8220;<a href="https://fm4.orf.at/stories/3052475/">Father Mother Sister Brother</a>&#8221;. Mehr dazu n&#228;chstes Mal.</p></li></ul><p></p><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung der Lage.</em></p><p>Der buttrige Duft eines hei&#223;en Schnitzels, die &#228;therischen &#214;le des oststeirischen Nadelwalds, der nussige Geruch von Kartoffelsalat mit Kern&#246;l.</p><div><hr></div><p>So viel zur Lage. &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich nat&#252;rlich sehr. Auf geht&#8217;s&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[14 | Der lange Monat]]></title><description><![CDATA[&#220;ber faule Tage und Nachtg&#228;ste]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/14-der-lange-monat</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/14-der-lange-monat</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Sun, 25 Jan 2026 15:06:55 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/dcb4159d-7137-4e7a-8303-f9cf995c7c7e_2400x1260.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Ausma&#223; der Faulheit unserer Katze wird mir erst an diesem Sonntag klar, an dem ich selbst den ganzen Tag zuhause bin. </strong>Wir haben ihr den Schaukelstuhl ans Fenster gestellt, sodass sie den besten Blick auf die Vogelfutterstation hat, an der immer wieder haupts&#228;chlich Kohlmeisen sich einen Sonnenblumenkern schnappen um ihn dann auf den kahlen Weinreben sitzend aufzuhacken. Dieses Spektakel interessiert die Katze vormittags etwas, sie schaut kurz auf, manchmal gibt es ein leises Murren, im Laufe des Tages aber immer weniger. Irgendwann bekommt sie Lust auf einen Snack und rafft sich auf. Abends schnarcht sie leise und l&#228;sst sich ins Bett tragen. Beneidenswert.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!NTnA!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F84b10eda-7dcb-4df6-b4f4-16a101dbbfe3_3072x4080.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!NTnA!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F84b10eda-7dcb-4df6-b4f4-16a101dbbfe3_3072x4080.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!NTnA!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F84b10eda-7dcb-4df6-b4f4-16a101dbbfe3_3072x4080.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!NTnA!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F84b10eda-7dcb-4df6-b4f4-16a101dbbfe3_3072x4080.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!NTnA!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F84b10eda-7dcb-4df6-b4f4-16a101dbbfe3_3072x4080.jpeg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!NTnA!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F84b10eda-7dcb-4df6-b4f4-16a101dbbfe3_3072x4080.jpeg" width="461" height="612.3447802197802" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/84b10eda-7dcb-4df6-b4f4-16a101dbbfe3_3072x4080.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:1934,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:461,&quot;bytes&quot;:4524880,&quot;alt&quot;:&quot;&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/jpeg&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://pogatscherl.substack.com/i/185724816?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F84b10eda-7dcb-4df6-b4f4-16a101dbbfe3_3072x4080.jpeg&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" title="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!NTnA!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F84b10eda-7dcb-4df6-b4f4-16a101dbbfe3_3072x4080.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!NTnA!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F84b10eda-7dcb-4df6-b4f4-16a101dbbfe3_3072x4080.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!NTnA!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F84b10eda-7dcb-4df6-b4f4-16a101dbbfe3_3072x4080.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!NTnA!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F84b10eda-7dcb-4df6-b4f4-16a101dbbfe3_3072x4080.jpeg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p>Die eiskalten Tage im langen Januar verlangen nicht viel von einem. Die Rodelpiste im Garten ist inzwischen zum Eiskanal geworden. Der Neusiedlersee ist immer noch zugefroren, was wir uns anschauen wollten, sollten, k&#246;nnten, wenn&#8217;s nur nicht regnen w&#252;rde heute.</p><p>F&#252;r die Arbeit reiste ich f&#252;r ein paar Tage durch das Schneechaos von Deutschland und auch dort, in den wenigen &#252;bervollen Z&#252;gen, die fahren, wirken die Menschen ungewohnt gelassen, kontemplativ, die Lage einfach annehmend. Der Schnee scheint die Gef&#252;hle zu d&#228;mpfen, auf eine sehr angenehme Art.</p><p>Und dann gab es auch diese gem&#252;tlichen Lagerfeuermomente mit anderen. Eine sch&#246;ne Einladung zu einem Abend mit Frauen, die auch Freude am Geschichtenerz&#228;hlen haben, jede auf ihre eigene, <em>tauge</em> Art. Es gibt Ideen f&#252;r Bestsellertitel (hoffentlich bald in der Buchhandlung eures Vertrauens: &#8220;Hanni aus Hollabrunn&#8221;) und es wird aufgekocht nach Rezepten von Tante Jolesch (die wohl am edelsten abgeschmeckten s&#252;&#223;-scharfen Krautfleckerl!), Ottolenghi (Huhn und Datteln!) oder Proust (Madeleines!). Buchstabensuppe gibt es auch und wir lernen: Angeblich ist diese in Superm&#228;rkten gar nicht mehr so leicht zu bekommen. Was es daf&#252;r h&#228;ufiger gibt, ist <a href="https://www.knorr.com/de/p/knorr-suppenliebe-zahlen-suppe-1l-beutel.html/08720182229311">Zahlensuppen</a>, was auch immer das &#252;ber unsere Welt aussagen mag. Dieser Abend war wieder eine Erinnerung daran, dass es diese eine Person braucht, die etwas auf die Beine stellt und die anderen zusammentrommelt, weil sonst einfach nichts passiert. </p><p>Unverhofft ergab sich dann noch eine andere Chance auf eine Frage, die ich mir schon l&#228;nger gestellt hatte: Was ist eine ungezwungene M&#246;glichkeit um im Dorf Menschen kennenzulernen? F&#252;r eine glaubhafte Mitgliedschaft im Chor sang ich nicht gerne und vermutlich auch nicht gut genug und mehr Vereinswesen war mir hier noch nicht untergekommen.</p><p>Eine Anzeige im Dorfblatt suchte nach &#8220;Jungen, motivierten Frauen, die im Dorf etwas bewegen wollten&#8221;. Ich nahm all meinen Mut zusammen und besuchte das erste Treffen. Und was soll ich sagen: Nach einem Begr&#252;&#223;ungsgetr&#228;nk (Burgenland!) bin ich jetzt Teil des <em>Kreativteams</em> im Ort und der erste Flyer f&#252;r den wiederbelebten Faschingsumzug wurde bereits gestaltet. </p><p>Gerade in diesen Tagen lohnt es sich, das trotzdem Rausgehen. Aber so ein Sonntag auf dem Sofa mit Slalomabfahrt der Damen <em>und</em> Herren mit einigen kleinen Snacks, naja, das tut schon auch gut.<br></p><h3>Gelesen </h3><ul><li><p>Wenn ich reise, werde ich zur Magazinleserin. In der aktuellen Ausgabe der <strong>&#8220;<a href="https://www.zeit.de/wissen/zeit-wissen/index">ZEIT Wissen</a></strong>&#8221; gibt es eine tolle Homage an den Backofen, den verl&#228;sslichen, anspruchslosen Begleiter, inkl. Rezept f&#252;r ein knuspriges <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4ufele">fr&#228;nkisches Sch&#228;ufele</a>. Im <a href="https://www.philomag.de/">&#8220;Philosophie Magazin&#8221;</a> eine Reportage &#252;ber &#8220;Christ-Fluencer&#8221; und die Frage, warum das Christentum gerade so anziehend f&#252;r junge Menschen ist.</p></li><li><p>ansonsten: </p><ul><li><p>&#8220;<a href="https://www.suhrkamp.de/buch/hartmut-rosa-unverfuegbarkeit-t-9783518471005">Unverf&#252;gbarkeit</a>&#8221;, von Hartmut Rosa (130 S.).  Warum gehen Menschen ins Fussball Stadion?- &#8220;Weil sie nicht wissen, wie es ausgeht&#8221; (Sepp Herberger). Und warum freuen sich alle so wahnsinnig &#252;ber den Schnee? - Weil er nicht steuerbar, nicht beherrschbar, kontrollierbar, ja nicht einmal erhaltbar ist. Im kurzen Essay geht es u.a. darum, warum es sich lohnen kann, sich in unserer Welt auch auf das Unkontrollierbare einzulassen und wie genau dieses die Selbstwirksamkeit und Resonanz mit der Welt wiederherstellen kann.</p></li><li><p>&#8220;<a href="https://jungundjung.at/nachtgaeste/">Nachtg&#228;ste</a>&#8221; von Nenad Veli&#269;kovi&#263; (240 S.), f&#252;r  Sa&#353;a Stani&#353;i&#263; &#8220;Das beste Buch &#252;ber den Krieg, das ich je gelesen habe&#8221;. W&#228;hrend drau&#223;en Granaten auf Sarajevo fallen, sitzt die achtzehnj&#228;hrige Maja im Keller eines Museums und trotzt dem Krieg mit Witz, Scharfsinn und einer schonungslosen Beobachtung der Erwachsenen um sie herum. Veli&#269;kovi&#263; erz&#228;hlt in der, wie immer toll gestalteten Lesung im <a href="https://www.literaturhausmattersburg.at/">Literaturhaus Mattersburg</a>, wie er den Roman damals an der Front geschrieben hat und das ihn durch diese absurde Zeit gerettet hat. Ein leichtes Buch &#252;ber eine schwere Zeit.</p></li></ul></li></ul><h3>Gesehen </h3><ul><li><p>Was w&#228;re eigentlich passiert, wenn ich an einer Stelle in meinem Leben doch anders abgebogen w&#228;re? In <a href="https://www.burgtheater.at/produktionen/die-wurzel-aus-sein">&#8220;Die Wurzel aus Sein&#8221; </a>vom libanesisch-kanadischen Autor Wajdi Mouawads wird dieser Frage nachgegangen und f&#252;nf m&#246;gliche Leben des Protagonisten Talyani durchgespielt. Die 3 Stunden 30 Minuten vergehen schnell. Dieser Live-Moment den das Theater im besten Fall schafft, alles passiert genau jetzt und ist dann unwiederholbar vorbei, erzeugt so eine intensive Aufmerksamkeit, die wirklich besonders ist.</p></li><li><p>Ja, es ist nicht alles nur Akademietheater:<a href="https://www.netflix.com/at/title/81682952"> &#8220;Love is blind-Germany&#8221; </a>in der zweiten Staffel auf Netflix wurde auch geschaut. Man sieht Menschen dabei zu, wie sie sich ineinander verlieben, ohne einander zu sehen. Nach einer &#8220;blinden&#8221; Verlobung begegnen sie sich zum ersten Mal und erleben die vier Wochen bis zu ihrer Hochzeit an denen sie dann entscheiden, ob sie f&#252;r immer zusammenbleiben oder sich nie wieder sehen. Ein spannendes Experiment jenseits der Oberfl&#228;chlichkeit von Dating Apps und naja, ein bisschen Trash braucht sogar <a href="https://www.zeit.de/entdecken/2026-01/hape-kerkeling-mode-wochenende-tipps-podcast">Hape Kerkeling</a>, wie er im Podcast &#8220;Und was machst du am Wochenende?&#8221;erz&#228;hlt.</p></li></ul><h3>Geh&#246;rt</h3><ul><li><p>Der &#214;1 Beitrag <a href="https://oe1.orf.at/programm/20260113/819406/Oesterreich-und-der-Konjunktiv">&#8220;&#214;sterreich und der Konjunktiv&#8221;</a> (24 Minuten) erkl&#228;rt sehr anschaulich, warum das &#214;sterreichische vor allem den Deutschen so verdammt sympathisch ist. </p></li><li><p>An diesen gem&#252;tlichen Tagen: &#8220;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=9X-aCebgZPg">Rest</a>&#8221; und auch der Rest von Michael Kiwanukas 2012 erschienenem Album &#8220;Home again&#8221;.</p></li></ul><p></p><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung der Lage.</em></p><p>Der bl&#252;hende Zitronenbaum im Winterquartier, Schinkenfleckerl im Backofen und der herzhaft-schwefelige Pups der Katze, wenn sie vollkommen entspannt ist.</p><div><hr></div><p>So viel zur Lage. &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich nat&#252;rlich sehr. Auf geht&#8217;s&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[13 | Notiz zwischen den Jahren]]></title><description><![CDATA[&#220;ber diese seltsam besonderen Tage]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/13-notiz-zwischen-den-jahren</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/13-notiz-zwischen-den-jahren</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Sun, 04 Jan 2026 17:11:40 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/9a8819cb-b00c-4eb2-a125-1ff8c8e1a2a1_3072x3377.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist eine Zeit zum Spazierengehen.</strong> F&#252;r ein paar Tage im Dezember spazierten wir durch den dichten Nebel &#252;ber das flache Land im Seewinkel bei Andau. Mit Sonnenbrille &#252;ber der kalten Nase ging es heute rund um die Teichwiesen. Und zwischendurch sogar noch einmal zum Wandern auf die Rax. Aber Wandern z&#228;hlt nicht, das ist was ganz anderes.</p><p>Spazieren zu gehen, wenn es drinnen doch gerade so gem&#252;tlich ist, erfordert ein hohes Ma&#223; an Eigenmotivation. Vor allem wenn es ja auch noch einige der 30 Kekssorten gibt, die man noch gar nicht probiert hat. Die Nachbarin brachte uns wieder eine Tortentransportbox voll feinster Kekserl vorbei, dieses Jahr sogar mit Trendzutaten wie Matcha oder Pistazie. &#8220;Manche machen f&#252;r alle Sorten ja den gleichen Teig&#8221;. Sie nicht.</p><p>Es f&#252;hlt sich an wie eine Marina Abramovic Performance, eine k&#246;rperlich und psychische Grenzerfahrungen, sich aus dieser Komfortposition unter einer warmen Decke und mit gutem Buch hinaus in die K&#228;lte zu bewegen und zu riskieren, dass man aufgrund eines fehlenden Taschentuchs die ganze Strecke &#252;ber Nase hochziehend bew&#228;ltigen muss. Vielleicht frieren einem auch noch die Ohren ab, so dass es zieht, wie in der Stirn, wenn man im Sommer zu schnell Eis gegessen hat.</p><p>Kehrt man nach so einer Runde wieder zur&#252;ck, f&#252;hlt man sich oft frisch und so, als h&#228;tte man etwas geschafft, sich selbst &#252;berwunden. Eisbaden im ganz Kleinen. Jetzt braucht man auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn man kurz oder l&#228;nger &#252;ber dem noch so guten Buch wegd&#246;st. Das bringt die frische Luft so mit sich. </p><p>Diese Zeit zwischen Weihnachten, das aufgeladen von Erwartungen und prallen B&#228;uchen, Silvester, dem &#220;bergang zwischen der Person, die man war und ab 01.01. werden m&#246;chte, und den ersten Tagen des neuen Jahres liegen, ist eine besondere. An manchen Tagen wartet eine tr&#228;ge Traurigkeit auf einen, an anderen werden wilde Pl&#228;ne geschmiedet und die neuen Notizb&#252;cher und Journals damit eingeweiht. Es wird zur&#252;ckgeschaut und gleichzeitig nach vorne. Wenn man so nebeneinander oder auch alleine spaziert, kommen einem jetzt &#246;fter als sonst im Jahr die gro&#223;en Fragen in den Kopf. Wovon m&#246;chte ich mehr im Leben? Wovon weniger? Was f&#252;r ein Mensch m&#246;chte ich sein? Oder auch: Wie und mit wem m&#246;chte ich meine Zeit verbringen von der ich mit jedem Jahr deutlicher lerne, dass sie begrenzt ist.</p><p>Endlich den Kopf frei zu haben, dar&#252;ber nachzudenken, ist gleicherma&#223;en Luxus wie Anstrengung. Wie jedes Jahr wird sich das Leben in ein paar Tagen wieder mit Alltag f&#252;llen. Wir werden wieder funktionieren und leisten und die Zeit macht sich, wie immer, wieder rar. Das Spazierengehen bleibt trotzdem da. Vielleicht als M&#246;glichkeit, sich an die M&#246;glichkeiten zu erinnern, die w&#228;hrend dieser Tage zwischen den Jahren durch unsere Kopf schwirrten.</p><div><hr></div><p>P.S.: F&#252;rs pogatscherl habe ich mir gedacht, dass ich ab sofort, vor allem f&#252;r die eigene Erinnerung, die Kategorien &#8220;Gelesen&#8221;, &#8220;Gesehen&#8221; und &#8220;Geh&#246;rt&#8221; erg&#228;nze, um Sachen zu notieren, die ich, naja, gelesen, gesehen oder geh&#246;rt habe.  <br></p><h3>Gelesen </h3><ul><li><p><a href="https://akiverlag.com/books/clara-heinrich-pusztagold.html">Pusztagold</a> von Clara Heinrich. Es geht um das Zur&#252;ckkehren ins burgenl&#228;ndische Dorf der Kindheit, das <em>sich Sorgen </em>- um den Partner, der an ME/CFS erkrankt ist, - um das Saatgut und die angebauten Pflanzen, -um sich selbst. Die ersten 20 Seiten brauchte ich, um mich auf die Form des Textes einzulassen und war dann so begeistert von schlauen Gedanken, ungelesenen Sprachbildern und der leisen Art mit der sie die drastischen Ereignisse schildert.</p></li><li><p>ansonsten: </p><ul><li><p><em>Oben Erde, unten Himmel</em>, Milena Michiko Fla&#353;ar: Wie oft bei Fla&#353;ar: Japan, Einsamkeit, skurrile Charaktere.</p></li><li><p><em>Hallo, du Sch&#246;ne!, </em>Ann Napolitano: Ein Roman zum sich Reinfallen lassen: Vier Schwestern, eine Liebesgeschichte, die 80/90/00er in den USA.</p></li><li><p><em>Buch der Gesichter</em>, Marko Dini&#263;: Figuren und Handlung kreisen um den Tag im Juni 1942 als Belgrad f&#252;r&#8220;judenfrei&#8221; erkl&#228;rt wird. Intensiv.</p></li><li><p><em>Ja, nein, vielleicht, </em>Doris Knecht: Eine Schriftstellerin im besten Alter mit Haus auf dem Land erf&#228;hrt mit viel Selbstironie ihren &#8220;Verfall&#8221; und gleichzeitig eine m&#246;gliche Liebe</p></li></ul></li></ul><p></p><h3>Gesehen </h3><ul><li><p><a href="https://www.derstandard.at/story/3000000295845/in-pluribus-sind-fast-alle-gluecklich-und-das-ist-nicht-auszuhalten">Pluribus</a> : Seit Ewigkeiten habe ich wieder eine echte Serie geschaut!</p><p>Vince Gilligan, der Macher von <em>Breaking Bad </em>erz&#228;hlt diesmal von der Pirate-Love-Story-Bestsellerautorin Carol Sturka, die sich zynisch durchs Leben bewegt bis ein Virus das Bewusstsein aller anderen Menschen verbindet und diese unglaublich gl&#252;cklich, allwissend und gut gelaunt macht. Im Podcast<a href="https://www.zeit.de/kultur/2025-12/fernsehserie-pluribus-ai-feuilleton-podcast"> Die sogenannte Gegenwart</a> wird zwar etwas gespoiltert, aber auch begeistert dar&#252;ber philosophiert, warum das die beste Serie &#252;ber ChatGPT und Einsamkeit ist. </p></li><li><p><a href="https://www.albertina.at/albertina-modern/ausstellungen/marina-abramovic/">Marina Abramovic </a>Retrospektive in der Albertina Modern. Mit unserem Silvesterbesuch, die im letzten Jahr die tolle Abramovic Biografie gelesen hatte, ging es nach Wien. Viele der bekannten Performances, wie &#8220;The Artist is present&#8221; kann man dort auf Video ansehen. Wer jedoch erfahren m&#246;chte, wie es ist, sich durch zwei nackte Menschen, die sich in einem T&#252;rrahmen gegen&#252;berstehen, zu zw&#228;ngen, sollte auf den Timetable achten, indem die Live-Performances stattfinden. </p></li></ul><p></p><h3>Geh&#246;rt</h3><ul><li><p>Viel zu wenig neue Musik. Aber: Ist ein Vorsatz f&#252;rs neue Jahr.</p></li></ul><p></p><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung der Lage.</em></p><p>Angeschwitzte Schalloten (f&#252;r praktisch alle Gerichte aus dem <a href="https://www.alisoneroman.com/">neuen Kochbuch </a>von Alison Roman. Life-changing!), die Verhei&#223;ung von abgebrannten Wunderkerzen, Zitronenabrieb.</p><p></p><div><hr></div><p>So viel zur Lage. &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich nat&#252;rlich sehr. Auf geht&#8217;s&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[12 | Orchideen.]]></title><description><![CDATA[&#220;ber das Einfahren der Ernte.]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/12-orchideen</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/12-orchideen</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Tue, 30 Sep 2025 16:20:31 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/0a3653e3-965f-474c-8c67-8407b52ad30b_3072x4080.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Herbst. Wie jedes Jahr ganz pl&#246;tzlich. Die Tomatenstauden sind noch voll mit gr&#252;nen Fr&#252;chten. Die Gl&#228;ser zum Sugo-Einkochen standen schon bereit, aber das wird wohl nichts mehr.</p><p>Ich bin unterwegs auf dem Kogelberg, den man vor lauter Nebel vom Dorf aus gar nicht sehen kann. Von oben aber sieht man aufs Dorf nach unten. Wetterph&#228;nomene sind eine komplexe Angelegenheit.</p><p>&#220;ber einen Schotterweg laufe ich vom Kogelgipfel durch die vermeintliche Nebelwand nach unten und muss an eine Begegnung denken, die ich in einer der ersten Wochen hier, im Mai oder fr&#252;hen Juni letzten Jahres, hier hatte.  </p><p>Mitten auf der absch&#252;ssigen Wiese stand ein sehr alter Mann. Ich hob zum Gru&#223; die Hand. Er tat es mir gleich. &#8220;Servus&#8221;- &#8220;Servus&#8221;. Dann winkte er mich zu sich. </p><p>&#8220;Wei&#223;e Beine hast&#8221;. Er hatte Recht. Der norddeutsche Hochnebel wirkte besser als jeder UV-Filter. In der ersten Zeit hier im Burgenland freute ich mich jeden Morgen kindisch dar&#252;ber, wieder den blauen Himmel sehen zu k&#246;nnen. (Hamburg ist trotzdem eine tolle Stadt, &#8220;die sch&#246;nste Stadt der Welt&#8221;, wenn man den Hamburgern glauben m&#246;chte).</p><p>&#8220;Hast du schonmal eine Orchidee gesehen?&#8221;</p><p>Oh nein. Hatte er mich mit meinen wei&#223;en Beinen und dem neonfarbenen Laufshirt als naturferne St&#228;dterin eingeordnet? War ich anhand der &#8220;Servus&#8221;-Aussprache schon aufgeflogen?</p><p>&#8220;Ja, Orchideen habe ich schonmal gesehen&#8221; antwortete ich. Wenn ich jedoch an Orchideen dachte, dann ehrlicherweise an die in durchsichtige Geschenkfolie verpackten Exemplare in lila und wei&#223;. Eine Mitbringsel f&#252;r einen besonderen Schlag Mensch.</p><p>Er strich mit seinen breiten Fingern &#252;ber das Gras und beachtete mich trotz seiner Frage nicht weiter. Vielleicht hatte er mich auch schon wieder vergessen, so konzentriert schien er.&#8220;Da!&#8221; Sein Gesicht strahlte, wie das eines kleinen Jungen an Ostern. </p><p>&#8220;Schau her, eine Orchidee!&#8221;</p><p>Vielleicht 10cm hoch ragte mitten aus dem dichten Gras ein Stiel nach oben und daran, tats&#228;chlich, Bl&#252;ten, wei&#223; mit offenem Mund aus dem sich eine dunkelrot-gelb marmorierte Zunge streckte. Eine Hummel-Ragwurz.</p><p>Er erz&#228;hlte mir, dass es jetzt unwahrscheinlich gewesen w&#228;re noch eine zu finden. Aber dass es sie hier g&#228;be, vier Orchideenarten, rund um die Kogelwiesen. Burgenl&#228;ndische Orchideen. Wir streiften noch eine Weile durchs Gras bis ich mich verabschiedete.</p><p>&#8220;Danke f&#252;rs Zeigen.&#8221; Er suchte weiter. </p><p>&#8220;Man muss ja wissen, wonach man alles suchen kann.&#8221;</p><p>Jetzt steht die Herbstzeitlose (Giftpflanze des Jahres 2010) auf den Feldern. Die Kr&#228;hen pl&#252;ndern die Sonnenblumen. Vor den H&#228;usern stehen die ersten K&#252;rbisse, bemalt mit freundlich bis furchterregenden Gesichtern. Zwei Rehe kommen regelm&#228;&#223;ig in der D&#228;mmerung vorbei und pl&#252;ndern die letzten Reste des Feigenbaums.</p><p>Es ist ein Sonntag und ich sitze im Kaffeehaus. Am Nebentisch wird die Schwammerlsaison verhandelt. &#8220;Ungut&#8221; sind sich alle einig. &#8220;Jetzt die Tage k&#246;nnte vielleicht noch was sein...&#8221;.  Man nickt und nippt am Pago Pfirsich f&#252;rs Sommergef&#252;hl. Dann geht es wieder um die Enkerl und deren Schulstress. Sobald eine Gespr&#228;chspause droht, gibt es eine Dame am Tisch, die diese pr&#228;ventiv mit einem schw&#228;rmerischen Sinnieren &#252;ber m&#246;gliche Schwammerlgerichte f&#252;llt. Schwammerlgulasch (mit Schalotten f&#252;r sanftere R&#246;staromen), Reis mit Schwammerl. Schwammerl mit Knoblauch und Chili&#246;l scharf anbraten und auf eine Scheibe Brot, fest salzen (mit Meersalz!).</p><p>Es ist Herbst. Und wer wei&#223;, was es alles noch zu finden gibt.<br></p><h3>Angesetzt</h3><p><em>Themen/ Projekte/ Gedanken, die neu sind:</em></p><ul><li><p>Kaffeeh&#228;user auskundschaften in denen man eine Weile sitzenbleiben kann</p></li><li><p>Vorfreude auf den K&#252;rbis-Wettbewerb am 03. Oktober in Dra&#223;burg: Pr&#228;miert werden der gr&#246;&#223;te K&#252;rbis, der sch&#246;nste K&#252;rbis und das beste Gericht mit K&#252;rbis. Gibt&#8217;s einen besseren Start in die Saison?</p></li></ul><p></p><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung der Lage.</em></p><p>Aufgeschichtetes Holz, warmer Pferdeatem, K&#252;rbissuppendampf</p><p></p><h3>G&#228;ren lassen</h3><p><em>An dieser Stelle jede Woche eine Frage an dich, &#252;ber die du nachdenken kannst, wenn du magst.</em></p><p>Wenn du zur&#252;ck an den Sommer denkst, was ist ein Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?</p><p></p><div><hr></div><p>So viel zur Lage. &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich nat&#252;rlich sehr.</p><p>Bis n&#228;chstes Mal, auf geht&#8217;s!</p><p>&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[11 | Rindsaugen.]]></title><description><![CDATA[&#220;ber Begegnungen der besondereren Art und beste Zeiten.]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/11-rindsaugen</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/11-rindsaugen</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Sat, 23 Aug 2025 10:02:08 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/432fc264-8fd4-4983-9bf0-b1bb1354054b_3072x4080.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Derzeit bereite ich mich auf eine Veranstaltung vor, die mich in einen Landstrich des Burgenlands f&#252;hren wird, den ich bisher noch gar nicht kenne: Die Gegend rund um Deutschkreutz, Neckenmarkt und Horitschon. Nach der Erfahrung bei der &#8220;<a href="https://24stundenburgenland.com/verein/geschichte/burgenland-extrem-tour/">Burgenland Extrem Tour</a>&#8221; im Januar 2024 (pfirsichfarbener Sonnenaufgang auf der ungarischen Seite des Neusiedler Sees, Grammelpogatscherl mitten im Seewinkel) schien es fast folgerichtig auch den <a href="https://blaufraenkischland-marathon.at/">Blaufr&#228;nkisch Marathon</a> auszuprobieren. An den Bordeaux-Marathon angelehnt, bietet er laut Website &#8220;Genuss und Spa&#8221; an 15 Genussstationen entlang der Strecke. Auf Weing&#252;tern bekannter Winzer oder mitten im Weinberg warten dabei &#8220;kulinarische Schmankerl&#8221; und &#8220;herrliche Weinproben&#8221; auf die L&#228;ufer. Die Fotos von gl&#252;cklichen Menschen in Laufklamotten und Startnummern mit schwenkenden Weingl&#228;sern, wirken fast so als w&#228;ren sie die KI-Antwort auf den Prompt &#8220;Zeige mir eine authentische Burgenl&#228;ndische Sportveranstaltung&#8221;. Wenn man schon 42 Kilometer durch die Gegend rennt, dann nicht weil&#8217;s um eine Bestzeit geht, sondern um eine gute Zeit entlang der Strecke zu haben. </p><p>Auf die Frage, warum ich sowas mache, Marathon laufen, ist meine Antwort immer fast entschuldigend: Weil ich einfach gerne lange drau&#223;en bin. Ich poste keine Trainings und Supplements auf Social Media und verabschiede mich mit einem &#8220;Ich bin kurz drau&#223;en&#8221;, wenn ich f&#252;r zwei Stunden um die Teichwiesen im Naturpark Rosalia-Kogelberg renne. (Wie toll ist das bitte, die Haus-und-Hof-Runde im &#8220;Naturpark des Jahres 2025&#8221; laufen zu k&#246;nnen?!) Man begegnet dabei eigentlich immer mindestens einem Reh, Rebhuhn, Hasen oder, vor allem morgens, ein paar Bienenfressern. Oder macht, wie es mir vor ein paar Tagen passsiert ist, Begegnungen der anderen Art.</p><p>Ich war nach Feierabend wieder unterwegs, hatte gerade meine Lieblingsstelle links liegen gelassen, einen kleinen Scherbergarten, &#8220;Didis H&#252;tte&#8221;, mit blauer Regentonne, Weinreben und Weitblick auf das Schilf. Es ging gn&#228;digerweise wieder berab, als ich ihnen begegnete: Mit einer Selbstverst&#228;ndlicheit stand vor mir auf der Stra&#223;e eine Herde K&#252;he und graste gen&#252;sslich am hohen Gras am Rand. Eine hatte sich ins Sonnenblumenfeld auf der anderen Seite abgesetzt und knabberte selig an den abgebl&#252;hten K&#246;pfen.</p><p>Meine erste Reaktion war, vermutlich auch aufgrund der k&#246;rperlichen Anstrengung, eine tiefe Freude. Sofort war ich zur&#252;ck in einer Sommerferienerinnerung auf dem Bauernhof meiner Steirer-Oma, sp&#252;rte das Jucken des Strohs auf der Haut hatte das zufriedene Muhen der K&#228;lber dort im Ohr. Es war die beste Zeit gewesen.</p><p>Nach dieser initialen Ver-Kitschung der Situation fielen mir aber drei Dinge auf: Die meisten der zw&#246;lf K&#252;he hatten H&#246;rner. Sie hatten zwei ziemlich frische K&#228;lbchen neben sich und: Ich hatte ein rotes Laufshirt an.</p><p>Ich kannte diese K&#252;he. Normalerweise lief ich bereits <em>vor</em> &#8220;Didis H&#252;tte&#8221; an ihnen vorbei, wo sie hinter einem Zaun als kauende braune H&#252;gel in der Ferne lagen. Die Ausl&#228;ufer dieses Zaunes konnte ich jetzt noch erkennen und auch die niedergedr&#252;ckte Stelle &#252;ber die sie sich hinausgeschlichen haben mussten. </p><p>Um weiterzulaufen gab es f&#252;r mich keinen anderen Weg als mitten durch die Herde. Seltsamerweise radelten auch nicht wie sonst E-Bike P&#228;rchen oder engbekleidete, ungarische Amateurprofis an mir vorbei, die sich f&#252;r eine Allianz gegen die K&#252;he geeignet h&#228;tten. Ich war ganz alleine. &#8220;Brust raus und durch&#8221;, fl&#252;sterte mir meine Steirer-Oma mit ihre kernigen B&#228;uerinnenstimme ins Ohr.</p><p>Die meisten K&#252;he interessierten sich &#252;berhaupt nicht f&#252;r mich. Sie rissen sich mit ihren rauen Zungen das verbotene Gras ab, w&#228;hrend ich mich durch sie hindurchschlich. Nur eine gab es, die mich fixierte und mich mit ihrem Blick immer wieder zum Stehenbleiben brachte. </p><p>In der <em>Ilias</em> von Homer wird die G&#246;ttin Hera an unterschiedlichen Stellen immer wieder als <em>&#8220;rinds&#228;ugig&#8221;</em> beschrieben. Gro&#223;e braune Augen, lange Wimpern, &#8220;so wie bei dir&#8221;, wurde mir einmal, vermutlich als Kompliment, gesagt. Und hier stand ich nun, rinds&#228;ugig einer Rinds&#228;ugigen gegen&#252;ber, in der an Rindsaugen sonst recht armen K&#246;rndlbauerngegend Burgenland. Wer h&#228;tt&#8217;s gedacht? Die Kuh machte ein paar Schritte auf mich zu, lie&#223; mich nicht aus den Augen, so als wollte sie mir sagen: &#8220;Wenn ich will, dann liegst du aber ganz schnell in da Kinettn!&#8221;. </p><p>Ich war gerade dabei umzukehren, als mir in dem Moment vermutlich Hera h&#246;chstselbst zur Seite kam. Die Kuh rannte schlie&#223;lich los, aber in Richtung des Zauns, aus dem sie mit ihren Komplizinnen ausgebrochen war, mit einer Geschwindigkeit, die ich in keinem Intervalllauf erreichen k&#246;nnte, und all die anderen, auch die selbstvergessene im Sonnenblumenfeld, folgten ihr. Eine sanft galoppierende Kuhherde im schwindenden warmen Licht, das es so auch nur hier gibt, es war fast ein bisschen magisch.</p><p>Nach dem Duschen kam mir dann der Gedanke, dass ich vielleicht das Gl&#252;ck hatte, die K&#252;he dabei zu beobachten, wie sie mit ihrem Ausbruchsversuch heimlich und f&#252;r sich eine gute Zeit hatten. So wie ich beim Laufen. Keine gro&#223;e Sache und vielleicht gerade deshalb ein sch&#246;nes, warmes Gl&#252;ck.<br></p><h3>Angesetzt</h3><p><em>Themen/ Projekte/ Gedanken, die neu sind:</em></p><ul><li><p>Ich st&#246;bere gerade in <a href="https://knotzer.buchkatalog.at/die-paradoxe-republik-9783552075603">&#8220;Die paradoxe Republik&#8221;</a>, von Oliver Rathkolb. Sehr empfohlene Einstiegslekt&#252;re in das Ph&#228;nomen &#214;sterreich vom Beginn der Zweiten Republik &#252;ber Kreisky und die Ibiza-Aff&#228;re bis heute. Als Deutsche habe ich vor lauter eigener Geschichte nie dar&#252;ber nachgedacht habe, wie wenig selbstverst&#228;ndlich es war, dass &#214;sterreich &#252;berhaupt zu &#214;sterreich wurde.</p></li><li><p>Der Feigenbaum setzt mich gerade etwas unter Druck mit der Masse an Fr&#252;chten, die &#252;ber Nacht reif werden, deshalb wird jetzt ged&#246;rrt. Im Backofen bei ungef&#228;hren 45&#176;C. (Wer dann das ganze D&#246;rrobst essen wird, ist die andere Frage.)</p></li></ul><p></p><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung der Lage.</em></p><p>Verdampfende Fetttr&#246;pfchen vom Tischgriller, die ersten Kamin&#246;fen, die im &#8220;Sp&#228;tsommer&#8221; eingeheizt werden, &#252;bers&#252;&#223;e, anged&#228;tschte Zwetschgen, der Staub abgem&#228;hter Felder.</p><p></p><h3>G&#228;ren lassen</h3><p><em>An dieser Stelle jede Woche eine Frage an dich, &#252;ber die du nachdenken kannst, wenn du magst.</em></p><p>Was w&#228;re ein besonders burgenl&#228;ndisches Kompliment, das du jemandem machen k&#246;nntest?</p><p></p><div><hr></div><p>So viel zur Lage. &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich nat&#252;rlich sehr.</p><p>Bis n&#228;chstes Mal, auf geht&#8217;s!</p><p>&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[10 | Picture On.]]></title><description><![CDATA[&#220;ber Live-Momente, Langosch und gute Musik]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/10-picture-on</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/10-picture-on</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Sun, 10 Aug 2025 18:35:52 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/cdadc521-9dae-4b85-abc8-3a9f88fa2c1d_2160x3840.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Gest&#228;ndnis zu Beginn: Ich war bis gestern noch nie auf einem Musikfestival. Kam die Rede auf dieses Thema und die damit verbundenen Erinnerungen an Bands, Sturzregen auf dem Campingplatz und Geschichten, die so einfach nur in der mehrt&#228;gigen Parallelwelt zwischen Dosenravioli und dem ein oder anderen Bier passieren, nickte ich interessiert mit und hoffte insgeheim darauf, dass niemandem auffiel, dass ich nichts zum Gespr&#228;ch beisteuerte. <br>Es ist eine richtige Freude, den Burgenl&#228;ndern beim Austauschen ihrer Gschichtln &#252;ber das <em>Jazzfest</em> in Wiesen, <em>Novarock</em> oder <em>Forestglade</em> zuzuh&#246;ren. Beim Lauschen wirkt es fast selbstverst&#228;ndlich, dass Bands wie Die &#196;rzte, Placebo oder HIM den Weg ins &#246;stlichste und gemessen an der Einwohnerzahl kleinste Bundesland des sowieso schon kleinen &#214;sterreichs fanden.</p><p>In meiner Heimat gab es sie schon auch, die Festivals wie das <em>Southside</em> oder <em>Rock im Park</em>, jedoch nicht in dieser Dichte und vor allem, nicht in der <em>famili&#228;ren Atmosph&#228;re</em> von der mir von den Burgenl&#228;ndern berichtet wird. Grund f&#252;r mein Fernbleiben, ist aber vor allem, dass mein K&#246;rper sich in eine Ohnmacht verabschiedet, sobald es zu eng wird und ich keinen Ausgang mehr im Blick habe. (Auch eine Wiener U-Bahn Fahrt kann daf&#252;r ausreichen.)</p><p>Zum ersten Mal h&#246;rte ich vom <em>Picture On</em> <em>Festival</em> noch in Hamburg, in einem Beitrag von &#8220;Burgenland Heute&#8221;, das meine Freundin damals aus Sehnsuchtsgr&#252;nden einschaltete, unwissend, dass es uns bald an diesen Fleck der Erde verschlagen w&#252;rde.<br>Vom &#8220;<em>Anschiffen</em>&#8221; berichteten sie, dem schr&#228;gsten Lesungsprojekt am Pinkastrand, f&#252;r das die Autoren auf einem Flo&#223; in meist gl&#252;hender Sommerhitze auf die Pinka gelassen werden, w&#228;hrend sich der Rest der Zuh&#246;rer mit Liegest&#252;hlen am Strand, oder mit Plastiktieren im Wasser unterhalten lie&#223;.<br>Und vom musikalischen Dorfspaziergang, vom Musikverein Eberau, der am Campingplatz zum Platzkonzert anstimmt, und nat&#252;rlich von den zwei B&#252;hnen dazwischen auf denen in der Vergangenheit Acts wie den Sportfreunden Stiller, Calexico, Sum41 oder Local wie Heroes Garish auftraten. Nur knapp &#252;ber 3000 Karten wurden daf&#252;r verkauft. Und auch hier war wieder von dieser <em>famili&#228;ren Atmosph&#228;re</em> die Rede. </p><p>Als klar war, dass wir die M&#246;glichkeit h&#228;tten, das alles in diesem Jahr selbst zu erleben, nahm ich meinen Mut zusammen und sollte es nicht bereuen. Zudem war es eine Art <em>Festival-Experience Light</em>, nur ein Tag vor Ort, der Samstag, aber gerade deshalb ideal f&#252;r eine erste Selbsterfahrung auf diesem Gebiet. ins</p><p>Schon bei der Ankunft am Pinkastrand war klar: Das wird richtig nett. <br>Nach und nach nahm die Liegestuhldichte zu, kleine Kinder wie gestandene M&#228;nner mit gemusterten Badehosen tauchten ins Wasser. Intendant Christoph Krutzler sang sich im Hintergrund beim Soundcheck mit Teglich Alois geschmeidig. Menschen begegneten sich, wie jedes Jahr wieder oder zum allerersten Mal. Und auch ich wunderte mich dann doch, wie viele Burgenl&#228;nder ich dann schon kennenlernen durfte und wie l&#228;ssig es ist, sie gerade auf einem Festival wiederzutreffen.</p><p>Um Punkt 12 startete der diesj&#228;hrig zum ersten Mal veranstaltete Literaturwettbewerb, der mit dem hoffnungsvollen Bild eines friedlichen Wladimir Putin mit Scho&#223;katze endete und auch dem Publikum zumindest anhand des Applauses am besten gefiel. Medaillen, die Krutzler vom Dreh der Netflix Serie <em>Crooks</em> aus Bangkok mitgebracht hatte, wurden &#252;berreicht.<br>Die Leute f&#252;hlten sich gut unterhalten und waren jetzt bereit sich zu unterhalten, w&#228;hrend Johanna Sebauer noch eine Geschichte vorlas &#252;ber die pl&#246;tzlich aufgetretene Sprachvergiftung eines italienischen Signores, die sich dann als durch eine Bluttransfusion erworbener Burgenl&#228;ndischer Dialekt herausstellte. </p><p>Danach marschierten wir weiter zum Verpflegungsst&#252;tzpunkt am Campingplatz. Der Schwei&#223; perlte uns auf den Nasenr&#252;cken. Auf einer Bierbank im Schatten wurde Pommes und Langos geteilt, denn was passt besser zu dieser Hitze als noch hei&#223;er Frittiertes? Heimliche Stuntfahrer-Identit&#228;ten und Romanprojekte wurden aufgedeckt bevor es dann vom Campingplatz durchs wirklich wundersch&#246;ne Dorf Bildein zum Festivalgel&#228;nde ging, vorbei an Kommenden und Gehenden, waldgr&#252;nen Fensterl&#228;den und glatten Fassaden. Es f&#252;hlte sich an, als w&#252;rde das Dorf einen wirklich willkommenhei&#223;en und h&#228;tte sich daf&#252;r nochmal herausgeputzt.</p><p>Bisher lief alles, wie versprochen, wirklich sehr famili&#228;r und damit ohnmachts-ungef&#228;hrlich ab. Auch innerhalb der Festivalz&#228;une blieb es entspannt, kein Gedr&#228;nge, kein M&#252;ll oder allzu wankende Gestalten trotz Tag 2.</p><p>Auf den zwei B&#252;hnen, die eine davon idyllisch mitten in einem Apfelgarten, erlebte ich etwas, was ich so schon lange nicht mehr erlebt habe: W&#228;hrend auf der einen Seite Kinder im Sand spielten oder auf der anderen Seite ihren Eltern mit Ohrenschonern auf den Schultern sa&#223;en, ganz selbstverst&#228;ndlich zwischen all den anderen Festivalteilnehmern, war da dieses Gef&#252;hl etwas gemeinsam mit anderen zu erleben. Der <em>Live-Moment,</em> das <em>Hier und Jetzt Sein, </em>um das man sich sonst mit Meditationsapps und eben, f&#252;r sich alleine, bem&#252;hte. </p><p><a href="https://www.instagram.com/friedbergmusic/?hl=de">Friedberg</a> brachte uns mit melodischem Indie zum Tanzen und hinterlie&#223; die &#220;berlegung mir Cowbells f&#252;r den Hausgebrauch zu besorgen, einfach weil sie gute Laune machen. Zu den Beats der im &#214;tztal aufgewachsene <a href="https://www.instagram.com/nenda.nintendo/?hl=de">Nenda</a> f&#252;hlt man sich sofort ziemlich unbesiegbar und ist ein bisschen ger&#252;hrt, als sie ihrer besten Freundin im Publikum einen Song widmet. Bei <a href="https://kosheen.live/">KOSHEEN</a>, die 2013 schon einmal in Bildein war, bekommt man das Gef&#252;hl, dass sowohl die Band als auch diejenigen, die damals schon dabei gewesen waren, sich &#252;ber das Wiedersehen freuen. Als <a href="https://www.ramazuri.at/">RAMAZURI</a> dann gro&#223;e Ballons mit dem Auftrag in die Menge losl&#228;sst, mit Gr&#252;&#223;en an die anderen Bands zur Hauptb&#252;hne zu bef&#246;rdern, sp&#252;rt man es auch wieder, das Gef&#252;hl sich die Erinnerung an den Tag an dem langsam auch die Sonne untergeht mit den anderen hier zu Teilen. F&#252;r die Festival-Erz&#228;hlungen sp&#228;ter, <em>wei&#223;t noch, damals?</em></p><p>Neulich unterhielten wir uns dar&#252;ber, dass es im Englischen den Ausdruck &#8220;Let&#8217;s make some memories&#8221; gibt, der sich nicht so richtig ins Deutsche &#252;bersetzen l&#228;sst. Lass uns Erinnerungen schaffen?</p><p>Planen lassen sie sich bestimmt nicht, egal was f&#252;r eine <a href="https://www.youtube.com/watch?v=T2kLbsrx_NY&amp;ab_channel=FriedbergMusic">Hardcore Workout Queen</a> man auch sein mag. Aber vielleicht lohnt es sich doch dann und wann aus dem um sich &#252;ber die Coronajahre eingeschlichenen gem&#252;tlichen um sich selbst Kreisen auszubrechen und sich unter die Leute zu mischen. Das erh&#246;ht mit Sicherheit die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich formen, denn die besten Geschichten sind sowieso die, die man gemeinsam erlebt.</p><p>Auf der Heimfahrt begleitet uns ein riesengro&#223;er, pinkawossarfarbener Mond auf den kurvigen Stra&#223;en &#252;ber den Geschriebenstein. Ich falle ins Bett, die Kniekehlen noch voller Sonne und schon leicht vorfreudig auf das, was von diesem Tag bleiben wird.</p><p><br>Am n&#228;chsten Tag bedankt sich das Picture On auf Instagram nochmal bei allen f&#252;rs ordentliche Hinterlassen des Campingplatzes. Das sagt irgendwie alles. Happy 25th birthday Picture On!</p><p>Danke an alle, die Tage wie diese m&#246;glich machen. F&#252;r die es eine Selbstverst&#228;ndlichkeit ist, hinter dem Ausschank zu stehen, Tickets zu kontrollieren oder sich die N&#228;chte mit Planung und Vorbereitung um die Ohren zu schlagen. </p><p></p><h3>Angesetzt</h3><p><em>Themen/ Projekte/ Gedanken, die neu sind:</em></p><ul><li><p>Mir wieder mehr Zeit nehmen f&#252;rs Musik h&#246;ren und entdecken: Ausl&#246;ser daf&#252;r war die Biografie von Wanda Entdecker <a href="https://www.derstandard.at/adblockwall/story/3000000271764/problembaer-die-memoiren-des-wanda-und-sargnagel-entdeckers-stefan-redelsteiner">Stefan Redelsteiner</a> (die ich zwar nicht selbst gelesen sondern nur sehr begeistert nacherz&#228;hlt bekommen habe). Ganze Alben h&#246;ren, statt hektischem Song-Skippen durch Spotify. Und vor allem: Lieder mit anderen teilen.</p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/p/C-pCN2YN9Fz/">Pan con tomate</a> zum Fr&#252;hst&#252;ck. Die Inspiration davon kommt vom Lieblingsk&#228;rntner der uns- ebenfalls eine Erinnerung an seine Spanienzeit teilend- diesen grandiosen Shortcut zum Urlaubsgef&#252;hl beschert hat.</p><p></p></li></ul><p></p><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung &#252;ber die Lage.</em></p><p>Hei&#223;-fettige Knoblauchsch&#228;rfe, herb-saurer Pinkawossa-Dampf und der Geruch von n&#228;chtlichen Tannennadeln durchs heruntergelassene Autofenster.</p><p></p><h3>G&#228;ren lassen</h3><p><em>An dieser Stelle jede Woche eine Frage an dich, &#252;ber die du nachdenken kannst, wenn du magst.</em></p><p>Welchen Anlass k&#246;nntest du &#8220;provozieren&#8221;, um die Wahrscheinlichkeit einer Erinnerung zu erh&#246;hen? </p><p></p><div><hr></div><p>So viel zur Lage. &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich nat&#252;rlich sehr.</p><p>Bis n&#228;chstes Mal, auf geht&#8217;s!</p><p>&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[09 | Dezemberpersönlichkeiten.]]></title><description><![CDATA[&#220;ber Aufklebaugen und eine besinnliche Aufregung.]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/09-dezemberpersonlichkeiten</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/09-dezemberpersonlichkeiten</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Tue, 03 Dec 2024 13:55:41 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/51199adb-9841-407c-aa8d-d7d9bcd3d052_3456x4608.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Morgens knistert inzwischen der Raureif, wenn die Katze zum Morgenmahl durch die Haust&#252;r st&#252;rmt. Die ersten Adventkalendert&#252;rchen werden ge&#246;ffnet und ich muss gerade schmunzeln, weil sich das Schreibprogramm noch nicht an das fehlende &#8220;s&#8221; im <em>Adventkalender</em> gew&#246;hnt hat, w&#228;hrend ich es in den Videocalls mit den Hamburger Kollegen bereits etwas stolz weglasse. </p><p>Die Zeit, in der es auf Weihnachten zugeht, ist eine besondere Zeit mit eigenem Vokabular. Die <em>Besinnlichkeit </em>greift um sich, mitten im <em>Geschenkestress.</em> Der <em>Kreis der Familie</em> ist f&#252;r die einen ein sch&#246;ner Ausblick und f&#252;r die anderen der Grund f&#252;r den Download einer Meditationsapp. </p><p>Die Feiertage sind wie jedes Jahr aufgeladen mit Erwartungen und sich davon freizumachen scheint unm&#246;glich. Am besten erstmal noch ein Lebkuchen.</p><p>Wir empfangen zur Zeit einiges an Besuch, was das Zuhause sein an diesem Ort &#246;ffentlich macht und damit auch gleich ein St&#252;ckchen realer.</p><p>Meine Eltern haben zum ersten Mal begutachtet, wohin es mich verschlagen hat. Wir sa&#223;en ganz burgenl&#228;ndisch mit gutem Wein, Grammelpogatschen und Germkn&#246;deln im Wohnzimmer. Als sie wieder durchs quietschende Gartentor verschwanden, war das schon ein besonderes Gef&#252;hl. Seltsam r&#252;hrend, sehr sch&#246;n.</p><p>Ein Sp&#228;tzle-Event haben wir auch schon veranstaltet, praktisch ein kulinarisches <em>Cross-Over</em> zwischen der alten und neuen Heimat mit sehr begabten First-Time-Sp&#228;tzle-Schabern.</p><p>Und dann sind da noch die <em>Besuchskinder</em>, mit denen Aktivit&#228;ten wie Malen, Dinge ausschneiden und aufkleben, auf Kissen &#252;ber den Boden schlittern und jetzt nat&#252;rlich Kekse backen zu gro&#223;en Abenteuern werden. Sorgen, Zweifel, und alles, was sich um diese Jahreszeit geh&#228;uft im Kopf anstaut, hat f&#252;r die Zeit dann erstmal Pause, weil die Kekserl-Produktion und -verziehrung die volle Aufmerksamkeit von einem abverlangt. Herz-oder Tannenbaumform? Zuckerguss oder Schoko? Aufklebaugen oder Lebensmittelfarbe? Auch Tage sp&#228;ter findet man da und dort noch einen klebrigen Fingerabdruck auf dem Spiegel oder einen Regenbogenaufkleber in der Sitzbankritze.</p><p>Den Dezember nutze ich immer daf&#252;r, einen Blick auf das n&#228;chste Jahr zu werfen. Meistens steht dann schon die ein oder andere Laufveranstaltung im Kalender und der ein oder andere Vorsatz ist formuliert. </p><p>Letztes Jahr habe ich 2024 unter das Wort &#8220;<em>Vetrauen</em>&#8221; gestellt, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, was alles passieren w&#252;rde. <br>Vertrauen darauf, dass es immer einen Weg gibt, auf den man sich auch nicht alleine machen muss. Vertrauen auch darauf, dass man sich oder ich mich der Welt zutrauen darf. </p><p>Heute Abend werde ich zum ersten Mal auf einer B&#252;hne stehen (oder sitzen), weil ich es mit einem meiner Texte auf die Shortlist des ORF Burgenland Literaturwettbewerb &#8220;<em>Textfunken</em>&#8221; geschafft habe. Das war nicht Teil der Jahresplanung und f&#252;hlt sich deshalb vermutlich umso toller an, w&#228;hrend mir gleichzeitig das Herz pumpert bis unter die Augenlider.</p><p>Nach knapp einem halben Jahr hier und den lieben Menschen drumherum f&#228;llt das Vertrauen darauf, dass es sich immer mehr nach Zuhause anf&#252;hlen wird, nicht mehr schwer. </p><p></p><h3>Angesetzt</h3><p><em>Themen/ Projekte/ Gedanken, die ich gestartet habe</em></p><ul><li><p>B&#252;cherregal-Vermessungen: Verliert das<em>&#8220;Okay, ich bohre jetzt ein Loch in die Wand?&#8221;</em> irgendwann an Dramatik?</p></li><li><p>Ich gew&#246;hne mich ganz langsam daran, anderen zu erz&#228;hlen, dass ich schreibe. (Die meisten haben&#8217;s dann &#8220;<em>eh schon immer gewusst</em>&#8221;). F&#252;hlt sich zwar noch jedes Mal an wie ein Sprung vom elf Meter Turm, ist dann aber nur halb so schlimm, im Gegenteil: Es tut richtig gut.</p></li></ul><p></p><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung &#252;ber die Lage.</em></p><p>Geschmolzene Butter, herbe Maronis&#252;&#223;e, die Spritzigkeit einer Mandarinenschale und ein Schuss Aufregung.</p><h3>G&#228;ren lassen</h3><p><em>An dieser Stelle jede Woche eine Frage an dich, &#252;ber die du nachdenken kannst, wenn du magst.</em></p><p>Was ist eine Sache, mit der du in diesem Jahr noch deinen Frieden schlie&#223;en m&#246;chtest? Vielleicht ein Streit, der schon zu lange vor sich hing&#228;rt und ungeduldig darauf wartet, dass endlich einer den ersten Schritt macht? Oder das Chaos im K&#252;chenkastl, das immer bedrohlichere Ausma&#223;e annimmt?</p><p>Im Nachhinein geht&#8217;s mir oft so, dass ich mich frage, warum ich eigentlich so lange darauf gewartet habe, um das aufzul&#246;sen, weil <em>so </em>schlimm, war&#8217;s dann doch gar nicht. Aber ja: Im Nachhinein ist man immer schlauer.</p><p></p><div><hr></div><p>So viel zur Lage. &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich nat&#252;rlich sehr.</p><p>Bis n&#228;chste Woche, auf geht&#8217;s!</p><p>&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[08 | Wildschweinwetter.]]></title><description><![CDATA[Nebelmeere, Sto&#223;z&#228;hne und weitere Herbstindizien.]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/wildschweinwetter</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/wildschweinwetter</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Sun, 10 Nov 2024 16:02:10 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/3e3422ed-9ed0-469b-ac7e-d2989d594ebf_3456x4608.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Herbst.&nbsp;<br>Seit Ende Oktober h&#228;ngt der Nebel in der Fr&#252;h so dicht &#252;ber dem Boden, dass ich ihn mir nach dem Weg zum Briefkasten aus den Augenbrauen streichen kann.</p><p>Wir sind inzwischen final &#252;bersiedelt. Die ersten Umzugskartons sind ausgepackt, der erste Boden geschliffen. Es f&#252;hlt sich immer wieder kurz unwirklich an, dann zum Beispiel wenn wir uns auf die Sofas setzen, die vorher noch in unserem anderen Leben standen. Oder jemandem davon erz&#228;hlen, der bis dahin noch gar nichts davon wusste. Oder aber auch die Menschen zum ersten Mal bei uns haben, die davon wussten. Das Leben hat sich schnell gedreht im letzten halben Jahr und mit dem Herbst kommt sicher auch der ein oder andere tr&#252;be Tag. Vielleicht macht gerade das auch das Ankommen aus.</p><p>Neulich wurde im Nachbarort ein 1,80m langer und &#252;ber 100 000 Jahre alter Riesensto&#223;zahn eines Mammuts oder Waldelefanten gefunden. Durch Zufall, von einem 8-j&#228;hrigen Jungen, der sich f&#252;r Arch&#228;ologie interessiert. Einer der &#228;ltesten Funde &#214;sterreichs, schreiben sie.</p><p>Im Garten haben wir einen &#228;hnlich spektakul&#228;ren Fund gemacht. Google Bildersuche sei dank lie&#223; sich das ca. 10cm lange, dunkelbraunfastschwarze in einzelne Sektionen unterteilte Gacksi entweder als das eines Schwarzb&#228;ren oder, was, ehrlicherweise realistischer war, als das eines Wildschweins identifizieren. Am Tag darauf fanden wir weitere Gacksis und vermeintliche Borsten. Au&#223;erdem haben wir eine Stelle am Zaun entdeckt, die durch wilden Wein so weit nach unten gedr&#252;ckt wurde, dass wir hier den Eingang vermuten. An einigen Stellen ist das Gras plattgedr&#252;ckt. Schlafen sie hier?<br>Inzwischen besitzen wir eine Wildkamera. Bis auf zwei leuchtende Katzenaugen in der D&#228;mmerung und uns selbst, wie wir uns der Wildkamera n&#228;hern, gab es noch keine spektakul&#228;ren Aufnahmen. Vielleicht sind sie jetzt sch&#252;chtern, die Wildschweine. Vielleicht ist das auch gut so, nach den Geschichten, die jeder, dem wir das erz&#228;hlen, parat hat. Es bleibt spannend. </p><p>Dass eine neue Jahreszeit angebrochen ist, spiegelt sich auch in meinen den Google Suchanfragen wider:</p><p><em>Oleander &#252;berwintern wie?&nbsp;<br></em>In einem Video auf Mein sch&#246;ner Garten erkl&#228;rt komischerweise ein Norddeutscher, wie man mit Luftpolsterfolie und Kokosmatten hantieren soll.</p><p><em>Rosen schneiden wann?&nbsp;<br></em>Hierzu gibt es sehr viele teils widerspr&#252;chliche Aussagen. Wie so oft im Leben ist es wahrscheinlich die beste Taktik sich einfach f&#252;r eine davon zu entscheiden statt nach noch mehr M&#246;glichkeiten zu suchen. Ich vertraue auf James den G&#228;rtner. Einen Engl&#228;nder(?) mit fast 90 Tausend Abonnenten. Seit wir hier sind, bildet der Rosenstrauch flei&#223;ig neue Bl&#252;ten und ich habe das Gef&#252;hl, dass er uns damit wohlwollend auf die Schulter klopft. <em>Ihr schlagt euch ganz gut.</em></p><p><em>Maroniherzen wo kaufen?<br></em>Die besten sind anscheinend die von Heindl. Vielleicht gibt&#8217;s die bei Billa, hier&#252;ber gibt es keine verl&#228;sslichen Aussagen.</p><p>Weitere Herbstindizien:<br>Es gab schon mehrmals K&#252;rbissuppe. Bei Obi kaufen wir einen Laubsack. Der Kerzenverbrauch steigt exponentiell. Die Katze erweist und zum Abend hin die Freude ihrer Anwesenheit und es ist herzzerrei&#223;end sie zur Nacht hin aus dem Haus herauszutragen. Blumenzwiebeln f&#252;rs n&#228;chste Jahr wurden gesetzt. Der Nussbaum sieht jetzt so aus, wie er zu dieser Jahreszeit auch aussehen sollte und passt in seiner Kahlheit gut ins Bild. In der Speis steht noch eine Sch&#252;ssel mit S&#252;&#223;igkeiten von Halloween. Wir haben ein Vogelh&#228;uschen installiert und hoffen auf Akzeptanz auch abseits der drei Blaumeisen.</p><p>Das Sch&#246;ne an diesen Tagen ist, dass es morgens so aussieht, als w&#252;rde es ein tr&#252;ber Tag und man sich trotzdem sicher sein kann, zum Mittag kurz in der Sonne zu stehen. Die Tage gehen sich nach hinten gut aus.</p><p></p><div><hr></div><h3>Angesetzt</h3><p><em>Themen/ Projekte/ Gedanken, die ich gestartet habe</em></p><ul><li><p>Akkordeon- Wollte ich als Kind schon lernen, hab&#8217;s aber nicht gemacht und habe das Gef&#252;hl, dass jetzt alles daf&#252;r passt.</p></li><li><p>Buchclub- Zweimal haben wir uns inzwischen schon getroffen. Es macht gro&#223;en Spa&#223; und ist auch ein kulinarisches Highlight. Unser erstes Buch Arno Geigers <em>Reise nach Laredo,</em> erhielt 7/10 Punkten. Next up: &#8220;Nach den F&#228;hren&#8221; von Thea Mengeler.</p></li></ul><p></p><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung &#252;ber die Lage.</em></p><p>Warmes Wachs, ein entferntes Lagerfeuer, das man auch sp&#228;ter noch in den Haaren riechen kann, saftige Laubhaufen und nasses Holz.</p><p></p><h3>G&#228;ren lassen</h3><p><em>An dieser Stelle jede Woche eine Frage an dich, &#252;ber die du nachdenken kannst, wenn du magst.</em></p><p>Was macht den Herbst f&#252;r dich aus? Welche Ger&#252;che, Rituale oder Erinnerungen kommen dir in den Kopf?</p><div><hr></div><p>So viel zur Lage. &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich nat&#252;rlich sehr.</p><p>Bis n&#228;chste Woche, auf geht&#8217;s!</p><p>&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[07 | Aussichten.]]></title><description><![CDATA[Es muss nicht immer gl&#228;nzen und prickeln: Almdudler-Momente im Alltag.]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/aussichten</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/aussichten</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Sun, 25 Aug 2024 17:34:02 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/8d35a729-616f-49d3-a68e-c2d8ef016ada_1728x1728.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Sonntag und wir waren heute wieder auf dem Berg. </p><p>Sowas gibt die <em>Lage</em> jetzt her und ein gewisser Druck von der Bergfex Tante, die sogar Gipfelkreuze erkennt, spielt da sicher auch mit rein. F&#252;hlt sich halt auch sehr gut an in die Wanderschuhe zu steigen, die Socken extra hochzuziehen, die Wasserflasche mit Hirschmotiv, die wir in einem K&#252;chenschrank gefunden haben, aufzuf&#252;llen und die ebenfalls gefundenen National Geographics Wanderst&#246;cke, die wahrscheinlich bisher das Dasein eines nie genutzten Werbegeschenks gefristet haben, in den Kofferraum zu legen. Rot-wei&#223;-roten Markierungen entlang marschieren wir einen Weg entlang mit der Gewissheit, dass es auf dem Weg mindestens eine H&#252;tte gibt in der ein Almdudler Gspritz auf uns wartet, der so spritzig und gut schmeckt wie nirgendwo sonst, wahrscheinlich weil er mit dem Gef&#252;hl kommt, dass wir uns das verdient haben. F&#252;r Kinder gibt es sie noch, die Anl&#228;sse an denen einem regelm&#228;&#223;ig eine Medaille um den Hals geh&#228;ngt oder ein Pokal in die Hand gedr&#252;ckt wird, die einem die Gewissheit geben, dass man etwas gut gemacht hat. Erwachsen werden bedeutet also vermutlich auch, sich selbst manchmal auf die Schulter zu klopfen und sich laut oder leise zu sagen: <em>Gut gmacht!</em></p><p>Beim Wandern muss man sich daf&#252;r eigentlich nur den Weg aussuchen, den man gut ausgeschildert entlang gehen darf, man kann also relativ wenig falsch machen, wei&#223; zudem ungef&#228;hr wie lange das ganze dauert und ob es eher <em>leicht, mittel oder hart</em> wird, bis man die Almdudler Auszeichnung in der Hand halten darf. Was f&#252;r ein Gl&#252;ck also, dass die Berge jetzt wieder so eine M&#246;glichkeit sind, der wir relativ spontan einl&#246;sen k&#246;nnen. Manchmal merkt man auch erst, was einem gefehlt hat, wenn man&#8217;s wieder hat.</p><p>Im Alltag, der einfach weitergeht und so tut, als w&#252;sste er nichts von einem Gestern, tut&#8217;s auch gut, gibt&#8217;s vielleicht nicht so offensichtliche Almdudler Momente, aber es gibt sie, wenn man zul&#228;sst, dass sie &#252;berhaupt nicht spektakul&#228;r und herzeigbar sein m&#252;ssen.</p><p>Ich habe die erste Silikonfuge verlegt (sagt man da <em>verlegt</em>? oder <em>gezogen</em>?<em>)-</em>gut, es hat zwei Anl&#228;ufe gebraucht, einer davon, weil ich vergessen hatte, dass es diese Halterungen zum Einspannen der Silikontube gibt und mich noch gewundert hatte, wie schwer es anscheinend ist, Silikon aus der Tube zu dr&#252;cken. Aber egal, gut wars!</p><p>Oder auch die sch&#246;nen Dinge, f&#252;r die man gar nicht so viel tun muss, die einfach passieren, wie der florierende Obst-und Gem&#252;se Import-Export, der sich &#252;ber die Gartenmauer mit den Nachbarn entwickelt hat. Aufgrund mangelnder Erfahrung und zu sp&#228;tem Einstieg in das Garten-Game m&#252;ssen wir uns aktuell zwar auf Feigen als unserem einzigen, aber daf&#252;r in der Nachbarschaft einzigartigem Tauschgut verlassen, aber n&#228;chstes Jahr, ich sag&#8217; es euch! Sonnengek&#252;sste Tomaten, Zucchini und endlose Gurken. (Die Gurkerl &#252;brigens wachsen schon sehr gut, eigenen sich aufgrund ihrer Stacheligkeit noch nicht als Tauschgut. Stichwort: Goldener Herbst). Das Garten-Lernen allgemein ist was, was viele kleine Almdudler Momente schafft und Vorfreude auf das, was n&#228;chstes Jahr alles wird. <em>Mit einem Garten muss man auch erst ein paar Jahre leben, bevor man sich aneinander gew&#246;hnt hat.</em> Auch eine der Weisheiten, die bleibt. Das erste Mal den Pizzaofen benutzen und sich &#252;ber die Stellen freuen, an denen man den schwarzen Rand gut abkratzen kann. Die Vorfreude auf ein sch&#246;nes Projekt, was wir im Kopf haben. Die Freude &#252;ber eine gute Idee f&#252;r ein Geburtstagsgeschenk. Sowas kann oft, zumindest f&#252;r eine Weile, gut durch die Tage tragen.</p><p>Beim Bergabgehen sehen wir noch eine Gedenktafel, die an eine Frau erinnert, die hier von einem Blitz getroffen wurde. <em>Sei jeden Moment bereit. Gott findet dich &#252;berall.</em> Naja, eben eine andere Art, das zu sagen, was ich gerade versuche. Es muss nicht immer das vermeintlich gro&#223;e Gl&#252;ck sein, es darf auch was Kleines sein, oder was, was man nur selbst erf&#228;hrt, was gar kein Publikum braucht. Hauptsache man erkennt in dem Moment, dass es ein Gl&#252;ck ist.</p><p>Apropos Gl&#252;ck: Der Burgenland-Teil des halbgratis Sonntags-<em>Kurier </em>titelt: <em>Endlich wieder Sterz! </em> Ich meine, was f&#252;r ein Leben!</p><p></p><div><hr></div><h3>Angesetzt</h3><p><em>Themen/ Projekte/ Gedanken, die ich in dieser Woche gestartet habe:</em></p><ul><li><p>Die Gastro-Kind Karte ausspielen und das Abendessen standesgem&#228;&#223; auf den Teller bringen, so mit anger&#246;stetem Rosmarinzweig </p></li><li><p>Gartenwissen vertiefen, aktuell u.a. im Subreddit <em>r/Garten </em></p></li><li><p>Turndokus nach Olympia</p></li></ul><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung &#252;ber die Lage.</em></p><p>Pfl&#252;ckwarme Zwetschgen, Kamille durchs offene Autofenster, barfuss-zerquetschte Weintrauben auf der Holzterrasse.</p><h3>G&#228;ren lassen</h3><p><em>An dieser Stelle jede Woche eine Frage an dich, &#252;ber die du nachdenken kannst, wenn du magst.</em></p><p>Was war heute ein kleines oder gro&#223;es Gl&#252;ck f&#252;r dich? Vielleicht magst du es mit jemandem teilen.</p><div><hr></div><p>So viel zur Lage. &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich nat&#252;rlich sehr.</p><p>Bis n&#228;chste Woche, auf geht&#8217;s!</p><p>&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[06 | Erlaubte Hilfsmittel]]></title><description><![CDATA[Olympia als Methode gegen die Endg&#252;ltigkeit]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/06-erlaubte-hilfsmittel</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/06-erlaubte-hilfsmittel</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Sat, 03 Aug 2024 10:57:00 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!tHyX!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F09473ffa-fd3f-44c8-8171-aec1e59768fe_1280x1280.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Obi.at ordnet dem Parkettabschleifen die Schwierigkeitsstufe 2 von 5 zu, veranschlagt daf&#252;r, exklusive Trockenzeiten, ungef&#228;hr einen Tag und meint, dass man die Arbeiten zwar durchaus alleine unternehmen k&#246;nne, es zu zweit aber leichter sei und vielleicht auch mehr Spa&#223; mache. Beim Obi Mietger&#228;teservice kann man sich eine Tellerschleifmaschine und einen Deltaschleifer ausleihen. Pro Abschleifvorgang werden maximal 0,5mm Parkett entfernt, was nahezu gar nichts ist, dennoch wird das Tragen von Atemschutzmasken empfohlen. Drei Schleifvorg&#228;nge sind in der Regel n&#246;tig: Ein Grobschliff mit einer K&#246;rnung von 24 oder 36. <em>So grob wie n&#246;tig, so fein wie n&#246;tig</em>, wiederholen sie in der Videoanleitung.&nbsp;</p><p>Woher ich wissen soll, welche Grobigkeit n&#246;tig ist, verraten sie jedoch nicht. Danach folgt der Zwischenschliff mit einer 60er und zum Schluss noch der Feinschliff mit 100er bis 120er K&#246;rnung. Das Schleifger&#228;t soll dabei je nach Art des Parketts bewegt werden, bei Mosaik-oder W&#252;rfelparkett diagonal zum Verlauf der Fasern, bei Stabparkett hingegen im Winkel von 7&#176; bis 15&#176;. Danach mit Wachs oder Lack versiegeln, trocknen lassen und die Leisten, die man zuvor nat&#252;rlich abgemacht hat, wieder anbringen, fertig.&nbsp;</p><p>Ich habe mich nach der Verf&#252;gbarkeit der Mietger&#228;te in den Obi M&#228;rkten in der Gegend erkundigt, die Tellerschleifmaschine gibt es in Mattersburg, den Deltaschleifer f&#252;r die Ecken in den n&#228;chsten zwei Wochen nur in Eisenstadt. In den letzten Tagen habe ich mir die Anleitung zu unterschiedlichen Tages-und Nachtzeiten so oft durchgelesen, dass ich genau wei&#223;, was dann zu tun sein wird.</p><p>Ich r&#228;ume Dinge auf, bringe Sachen auf den Wertstoffhof, hole uns Salzstangerl vom Hofer, wundere mich beim Autofahren dar&#252;ber, wie oft ich den neuen Song von Manu Chao inzwischen wohl schon auf FM4 geh&#246;rt habe. Ich halte meinen Handyscreen mit Fressnapf App gegen den Scanner und spare damit 5% Rabatt pro Einkauf. Ich bilde mir ein, dass sich die Rosen mit einer w&#246;chentlichen Portion Kaffeesatz und mehr Wasser wohler f&#252;hlen, da sie gerade wieder diese &#252;ppigen, samtig roten Bl&#252;ten ausbilden.</p><p>Das Gesch&#228;ftig-Sein ist meine Taktik, mit der Lage umzugehen, die gerade, als wir uns trauten, sowas wie Alltag darin zu erkennen, doch wieder zum Ausnahmezustand wird.&nbsp;</p><p>Sich in Olympia zu verlieren, funktioniert auch sehr gut. Wir tauchen ein in alles: Den Fiebertraum von Er&#246;ffnungsfeier mit blasphemischen Abendmahl und einem ph&#228;nomenalen Auftritt von Lady Gaga mit rosa Pom Poms. Auf Youtube sehen wir uns sogar noch einmal den Teil davon an, den wir initial verpasst haben, den abschlie&#223;enden Auftritt von Celine Dion zum Beispiel, der den <a href="https://www.youtube.com/watch?v=CxWPCmksPqU">Eurosport Moderator </a>ins Mikrofon schluchzen l&#228;sst.</p><p>Seitdem streamen wir via VPN alles, das ZDF ist in dem Fall tats&#228;chlich die bessere Wahl, hier kann man online zwischen den einzelnen Sportarten w&#228;hlen und ist nicht auf die Auswahl der Redaktion angewiesen.</p><p>Das hei&#223;t, wir sehen uns stundenlang den Surf-Wettbewerb auf Tahiti an und lernen, was ein <em>Barell</em> ist. Wie genau das mit den <em>Priorities</em> funktioniert, haben wir immer noch nicht ganz verstanden, daf&#252;r waren wir praktisch live dabei, als <a href="https://www.spiegel.de/sport/surfen-bei-olympia-2024-gabriel-medina-das-spektakulaerste-foto-der-spiele-schon-jetzt-a-9e1bf13a-70ae-4baf-9879-29033a7d969a">Gabriel Medina</a> wie Jesus &#252;ber den Wellen schwebte. Wir googlen, ob Simone Biles wirklich 1,42m gro&#223; ist (ist sie) und diskutieren, ob es eine gute Idee w&#228;re, wenn Annalena Baerbock den Trampolin Wettbewerb kommentieren w&#252;rde. Praktisch so wie Snoop Dogg das f&#252;r MSNBC macht, und entdecken online, dass sie ihre Vergangenheit als Trampolinspringerin gerade wieder <a href="https://www.welt.de/vermischtes/video252772914/Annalena-Baerbock-Salto-Show-auf-Trampolin-Hier-geht-die-Aussenministerin-in-die-Luft.html">&#246;ffentlich</a> unter Beweis stellt und diskutieren dann, ob das eine kluge Wahlkampfstrategie ist.</p><p>Wir wundern uns &#252;ber den faulen Beinschlag von Katie Ledecky beim Kraulen, der sie trotzdem den eigenen olympischen Rekord brechen l&#228;sst. Wir erfahren, dass die Ger&#228;teturner f&#252;r den besseren Grip an Reck und Co. individuelle Gebr&#228;ue anr&#252;hren aus Honig oder Zuckerwasser.(Die Chinesen verzichten angeblich darauf.) Wir zittern mit, wenn die Athletinnen auf dem Schwebebalken eine Kosakendrehung unternehmen und hoffen, dass sie nicht das Gleichgewicht verlieren, was nat&#252;rlich Punktabzug bedeutet. Wir bewundern Sha&#8217;Carri Richardsons L&#228;ssigkeit beim Vorlauf f&#252;r die 100m auf der absichtlich lilafarbenen Laufbahn, die daf&#252;r sorgen soll, dass man das Olympia von Paris auf Fotos und in Videoclips in Zukunft unzweifelhaft erkennen kann.</p><p>Wir erschlie&#223;en uns die Regeln der Sportarten, w&#228;hrend wir zusehen. Beim Springreiten im Schlosspark von Versailles gibt es zum Beispiel eine gewisse Zeit in der der Parcours durchritten sein muss. Pro Sekunde, die man dar&#252;ber liegt, gibt es einen, pro abgeworfenem Hindernis 4 Strafpunkte. Die Hindernisse sind &#252;brigens typisch franz&#246;sisch gestaltet: Lavendelfelder, Notre Dame, ein Mannequin, eine &#252;bergro&#223;e Rebe mit Weinf&#228;ssern.&nbsp;</p><p>Ja, Olympia funktioniert mit seinem klaren Rahmen und eindeutigen Regeln gerade wirklich sehr gut. Menschen dabei zuzusehen, wie es f&#252;r sie in diesem einen Moment um alles geht. Wie sie vier Jahre lang darauf trainiert haben, dass dann alles passt. Wie Pl&#228;ne anderer Menschen aufgehen, manchmal sogar noch viel besser, als man es sich h&#228;tte ertr&#228;umen k&#246;nnen, mit einer <em>Personal Best</em> oder einem <em>World Record. </em>Manchmal eben aber auch nicht.&nbsp;</p><p>Eigentlich wollte ich dieses <em>Pogatscherl</em> &#252;ber das erste Mal Kranksein als Teil des Ankommens schreiben. Ich lag f&#252;r einige Tage mit Corona flach und kommunizierte mit dem Vater nebenan &#252;ber Whatsapp. Als es mir gut genug ging, um mich wenigstens am Abend ein paar Minuten nach drau&#223;en zu setzen, hatten wir mit mehreren Elefantenbabys Abstand kurze Gespr&#228;che &#252;ber das Wetter, Joe Biden, Gurkerl und den Sport.</p><p>Auf mein <em>Bald k&#246;nnen wir ja wieder unsere Public Viewing Anlage f&#252;r Olympia aufbauen,</em> meinte er damals, dass das <em>nicht das Gleiche</em> werden wird. <em>Ganz anders </em>wird das, als die EM, die wir als Nachbar-WG zu dritt im Garten erlebt haben.&nbsp;</p><p>Er hatte Recht. Er fehlt sehr.</p><p>So viel zur Lage.&nbsp;</p><p>&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[05 | Der Nussbaum herbstelt]]></title><description><![CDATA[Es ist wirklich Sommer, wir feiern nochmal Geburtstag und genie&#223;en die Vielseitigkeit der Pistazie]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/05-der-nussbaum-herbstelt</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/05-der-nussbaum-herbstelt</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Thu, 18 Jul 2024 12:26:55 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/45e16563-f2b3-4922-9023-5d5d41dbe1d4_3456x4608.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Nach 10 Jahren Hamburg habe ich vergessen, dass es diese Sommer gibt, in denen die Gedanken nur so vor sich hinschmelzen. Am Ende des Tages sind die schweren davon im besten Fall einfach verdunstet oder hinterlassen, im nicht-besten Fall, das Gef&#252;hl, dass man sie nicht zu Ende gedacht und damit nicht zufriedenstellend bearbeitet hat. <br>Im Haus zeigt der Thermostat morgens um 7 Uhr schon 28&#176;C an, trotz strategisch durchdachter L&#252;ftungs- und Abdunkelungsma&#223;nahmen. Es ist jetzt einfach Sommer und das bedeutet: Es ist jeden Tag (sehr) hei&#223;. In meiner Erinnerung war das damals im schw&#228;bischen Dorf auch schon so. Gro&#223;er Unterschied zwischen damals und heute sind nur die Sommerferien, die im Burgenland inzwischen schon im vollen Gange sind und sich vor allem auf den noch leereren Stra&#223;en abzeichnen.</p><p>Das zum-Einkaufen-Fahren wird zum Hochrisikoprojekt, da wir uns mit dem unvermeidlichen R&#252;ckenschwei&#223;, der auch schon auf dem Weg vom Auto zum Hofer auftritt, in die klimatisierte Supermarktarktis begeben. <br>Und so, jetzt genug, sonst k&#246;nnte man noch auf die Idee kommen, dass ich mich &#252;ber einen echten Sommer beschwere, und wenn ich eines nicht sein m&#246;chte, heute und im neuen Lebensjahr, dann ist es eine N&#246;rglerin.</p><p>Eine Woche nach dem Vater nebenan habe ich Geburtstag. Obwohl ich ansonsten am liebsten mit einer Geburtstagskrone durch die Gegend schreiten w&#252;rde, fehlt mir dieses Jahr ein Gef&#252;hl f&#252;r den Tag. So viele Dinge zwingen mich zu einer Geduld, die auszuhalten ohne aktiv etwas tun zu k&#246;nnen, mir schwer f&#228;llt. Langsam sinkt die Lage ein und sowas wie eine neue Normalit&#228;t hier beginnt, in der vieles damit verbunden ist, Dinge aufzugeben (Wohnung, im ungutesten Fall ggf. unsere Jobs?, alte Rituale und Tagesabl&#228;ufe), Menschen nicht mehr so nah zu sein, wie bisher und gleichzeitig ganz viel Neues aufzubauen. </p><p>Deshalb freue ich mich f&#252;rs Erste einfach dar&#252;ber, dass ich heute <em>geburtstagsfrei</em> habe und damit nicht vor dem Bildschirm sitzen werde. Ein unspektakul&#228;rer Tag mit Aussicht auf Kuchen, der genau richtig damit beginnt, dass sich morgens um 8 der <em>Baumschneider</em> des Dorfes zur Visite angek&#252;ndigt hat. Der gro&#223;e Nussbaum herbstelt n&#228;mlich seit einigen Tagen. Als wir hier ankamen, sah er schon nicht allzu gut aus mit den vielen gelben Bl&#228;ttern, die er jetzt eben abwirft wie sonst im Oktober. Der Garten trauert vielleicht auch, sagen wir.</p><p>Es quietscht, das wei&#223;e Gartentor geht auf und einen festen H&#228;ndedruck sp&#228;ter wissen wir, dass wir auch hier geduldig sein m&#252;ssen. Mit dem Bl&#228;tterabwerfen versucht der Nussbaum gerade sich selbst zu kurieren. <br><em>Wenn er im n&#228;chsten Fr&#252;hjahr wieder austreibt, dann ist gut. Ansonsten m&#252;ssen wir ihn umschneiden.<br></em>Eine klare Ansage und Immerhin halb gute Nachrichten.</p><p>Apropos Aussicht auf Kuchen. Nach dem Baumschneider-Besuch machen wir einen Ausflug ans andere Ende des Dorfs. Dort treffen wir eine junge P&#226;tissi&#232;re, die sich in der K&#252;che ihrer Gro&#223;mutter eingerichtet hat und von dort aus so sch&#246;ne Torten, Macarons und Co. herstellt, dass es, dachte ich zumindest, reicht, sie nur anzuschauen. Die Freundin hat dort einen Pistazientraum f&#252;r mich in Auftrag gegeben, mit allem, was die Pistazie hergibt: Pistaziendacquoise, Pistaziencrunch, Pistaziencrem&#232;ux, Pistazienobers, Pistazienpralin&#233; und ger&#246;steten Pistazien. </p><p>Wir werden, nat&#252;rlich! weil wir sind im Burgenland und meine Freundin kennt sowohl die P&#226;tissi&#232;re als auch deren Mutter, auf einen Kaffee im Garten eingeladen. Wenn ich neue Menschen aus dem Leben der Freundin kennenlerne, &#252;berkommt mich noch zu oft das Gef&#252;hl mich auf irgendeine Art und Weise beweisen zu m&#252;ssen. Manchmal geht das Gef&#252;hl schnell weg, manchmal bleibt es aber an diesem Vormittag kam es gar nicht erst auf. </p><p>Wir transportieren die Torte, eine Steige Zwetschgen und, auch das, nat&#252;rlich! weil wir im Burgenland sind, einen Schaumwein sicher zur&#252;ck in den heimischen K&#252;hlschrank. </p><p>Der Tag verl&#228;uft, wie gew&#252;nscht, dann unspektakul&#228;r weiter bis ich gegen Nachmittag dann doch eine gewisse Gesch&#228;ftigkeit bemerke.</p><p><em>Ich solle bitte einfach Ruhe geben und mich in den Liegestuhl setzen und was lesen oder ja, sowas</em>, sagt die Freundin und geht zur&#252;ck zu den Hack-und Raschelger&#228;uschen in der K&#252;che. </p><p>Ich beginne der Sache nicht zu trauen. Es gibt auch recht eindeutige Indizien, dass das hier kein unspektakul&#228;rer Tag werden wird, z.B. dass seit gestern ein Planschbecken neben der Terrasse steht, aus dem die Freundin akribisch das Laub fischt. Oder dass ihre Tante beim Gratulieren via Whatsapp von ihrem vollgepackten Reha-Programm schreibt, das keine <em>Fadesse</em> zulasse. </p><p>Aber gut- An Weihnachten wei&#223; man auch, dass man Geschenke bekommt, die Stimmung vorab ist trotzdem einfach aufregend.</p><p>Als dann das Gartentor wieder quietscht und pl&#246;tzlich zwei kleine M&#228;dels mit Eltern im Garten stehen und praktisch w&#228;hrend des Gehens noch in ihre Badesachen wechseln, grinst mich die Freundin skeptisch aus der K&#252;che an.</p><p><em>Eh okay?<br>-Sehr okay.</em></p><p>Den Abend hinweg kommen immer mehr Menschen, die ich, und dar&#252;ber wundere ich mich dann doch, hier schon kenne. Die Cousine mit Mann aus Wien, die Tante, die dann doch aus der Reha entfliehen konnte, Jugend-Freunde der Freundin mit ihren kleinen Familien. Manchmal machen es Anl&#228;sse wie ein Geburtstag einfacher, um Leute zusammenzubringen. Das sollten wir &#246;fter machen, sind wir uns einig. </p><p>Es wird gegrillt und angesto&#223;en, gesungen und gebadet. Es ist einfach richtig nett. Aufgeregt bin ich nat&#252;rlich trotzdem, aber auf eine sichere Art. Ich f&#252;hl mich wohl und nochmal mehr angekommen. </p><p>Am n&#228;chsten Tag essen wir mit dem Vater von nebenan die minimalen Reste des Pistazientraums auf und freuen uns, dass der Rosenstrauch noch einmal zu Bl&#252;hen anf&#228;ngt. Wird schon alles.</p><p></p><div><hr></div><h3>Angesetzt</h3><p><em>Themen/ Projekte/ Gedanken, die ich in dieser Woche gestartet habe:</em></p><ul><li><p>Passend zum Geburtstag verfolgt mich immer auch der Druck mir zu &#252;berlegen, was ich in einem Jahr &#8220;erreicht&#8221; haben m&#246;chte. Da das aber gerade nur begrenzt funktioniert, nehme ich mir vor, morgens  ein Gef&#252;hl mit in den Tag zu nehmen und mir vor dem Einschlafen noch einmal kurz vor Augen zu f&#252;hren, was doch so alles passiert ist. Lieb sein auch zu mir selbst, vielleicht auch ein gutes Motto f&#252;r das n&#228;chste Jahr.</p></li><li><p>Es gibt fantastische 101 Kochvideos der New York Times K&#246;chin <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MPqnS1K4vgw&amp;list=PLYG6O_GQCZwjetsTY9AzFDuPuzN37Rq9U&amp;pp=iAQB">Sohla El-Waylly</a> die erkl&#228;rt wie man einfache Dinge richtig gut machen kann. Eggs, Chicken, Spaghetti next level!</p><p></p></li></ul><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung &#252;ber die Lage.</em></p><p>Aufgeheiztes Planschbeckenplastik, Staub vom Nussbaumlaub, eine ausgepresste Zitrone f&#252;r Sodazitron und W&#252;rstlwolken.</p><p></p><h3>G&#228;ren lassen</h3><p><em>An dieser Stelle jede Woche eine Frage an dich, &#252;ber die du nachdenken kannst, wenn du magst.</em></p><p>Stell&#8217; dir vor du machst einen Sprung um 365 Tage in die Zukunft: Was ist die verr&#252;ckteste Sache, die dir bis dahin passiert sein k&#246;nnte (die du dir heimlich nat&#252;rlich auch ein bisschen w&#252;nschst, aber nicht wirklich daran glaubst, dass sie dir passiert)?</p><div><hr></div><p>So viel zur Lage. &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich nat&#252;rlich sehr.</p><p>Bis n&#228;chste Woche, auf geht&#8217;s!</p><p>&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[04 | Wunderkerzen ]]></title><description><![CDATA[Wir sind zur&#252;ck im Dorf, feiern zwei Geburtstage an einem Tag und m&#252;ssen uns einen neuen EM Favoriten suchen.]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/04-wunderkerzen</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/04-wunderkerzen</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Wed, 03 Jul 2024 11:23:33 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/fbfab99c-c6b9-4877-b47d-b798610218df_3456x4608.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Im K&#252;hlschrank steht ein Erdbeer-Sahne-Biskuit bereit, denn der Vater nebenan hat heute Geburtstag. Leider sind die <em>Burschen</em>, wie wir das &#246;sterreichische Fussballnationalteam getauft haben, gestern im Regen von Leipzig gegen die T&#252;rkei ausgeschieden, sonst w&#228;re das noch ein weiterer Grund zu feiern.</p><p>Am Sonntag sind wir nach einigen intensiven Tagen in Klagenfurt zur&#252;ck aus der Bachmannpreis-Parallelwelt. Ein Gurkerlglas, zwei Preise und eine Vielzahl an Erfahrungen in alle Richtungen im Gep&#228;ck, hat es sich fast schon wie Heimkommen angef&#252;hlt, als wir abends mit dem Auto am Ortsschild vorbeifahren.</p><p>Wieder durch das liebevoll quietschende Gartentor zu gehen, ist fast skuril nach den Tagen in denen die Realit&#228;t hier nur am Rande existiert hat. Den Fokus auf ein anderes Thema zu lenken, funktionierte erstaunlich unmittelbar, was sicher auch an den vielen neuen Menschen und dem Lendhafen in Klagenfurt liegt. Im Hintergrund rauschen die Gedanken an die Lage nat&#252;rlich immer mit, vor allem nachts werden sie etwas lauter, sie verlieren aber zunehmend an Dramatik. Es f&#252;hlt sich gerade an, als w&#252;rden wir das alles ganz gut machen. </p><p>Vor dem Spiel gestern telefonieren wir mit meinen Eltern. Es tut richtig gut, sie zu sehen. Sie gratulieren der Freundin, freuen sich mit und sind unglaublich stolz. Das ist wirklich eine der sch&#246;nsten Sachen seit der Preisverleihung: Die Masse an lieben Menschen, die an die Freundin denken, in der Programmliste ausnahmsweise gezielt 3sat ansteuern um mitzufiebern und ihr jetzt ihre Gl&#252;ckw&#252;nsche zukommen lassen. Nach all dem, was passiert ist, deuten wir den tollen Erfolg als Erinnerung daran, dass es eben auch diese Erfahrungen gibt im Leben.</p><p><em>&#8220;Ich dachte, du bist zum ersten Juli zur&#252;ck in Hamburg?&#8221;,</em> fragt mich meine Mutter und ich merkte, dass seit dem letzten Telefonat wieder einiges an Zeit vergangen sein muss. Ich berichte ihr von der Lage auf der Arbeit. Davon, dass wir dort gemeinsam gerade M&#246;glichkeiten skizzieren, wie eine Zukunft f&#252;r mich aussehen k&#246;nnte. Was remote gut funktioniert, was herausfordernd wird und was das f&#252;r meine Rolle bedeutet. Flankierend dazu gilt es nat&#252;rlich auch noch alle Fragestellungen hinsichtlich Sozialversicherung, Steuern und Co. zu kl&#228;ren. Bisher war der Umzug nach &#214;sterreich nur eine wahrscheinliche M&#246;glichkeit, die ich mit meinen Eltern besprochen hatte. Jetzt steht er fest und ihre Reaktion darauf beruhigt mich sehr. <em>Das wird schon.</em></p><p><em>&#8220;Familie ist das wichtigste&#8221;</em>, sagt mein Vater zum Abschluss und wir alle nicken in die Kamera. Jeder mit seinen eigenen Gedanken dazu im Kopf und ich optimistisch, dass wir auch die Distanz, die weiterhin zwischen uns bestehen bleibt, jetzt nur in die andere Himmelsrichtung, auch in Zukunft gut hinbekommen werden.</p><p>Eine meiner &#228;ltesten Freundinnen aus der Heimat feiert heute auch Geburtstag. Sie hat inzwischen schon zwei Kinder und ihre Tochter hei&#223;t zuf&#228;lligerweise genauso wie meine Freundin (und schl&#228;ft, zumindest bisher, genauso gerne und friedlich). Wir sind in regelm&#228;&#223;ig unregelm&#228;&#223;igen Abst&#228;nden in Kontakt, aber immer schnell zur&#252;ck in der Vertrautheit miteinander. Sie kennt die <em>Lage </em>und neulich schrieb sie mir, dass sie abends, als sie neben ihrem Gro&#223;en, der Probleme hatte einzuschlafen, Nachtwache schob, dar&#252;ber nachgedacht hat, wie gut sie das findet, dass wir im Burgenland sind und das tun, was wir da tun. Die Aussicht darauf, dass die eigenen Kinder, sp&#228;ter dann, einfach ungefragt und ungezwungen zur&#252;ckkommen, um mit einem zu sein, ist eine warme Vorstellung.</p><p></p><p>F&#252;r den Geburtstagskuchen f&#252;r den Vater nebenan haben wir Wunderkerzen besorgt. Wir wollen ihm das Auspusten der Kerzen abnehmen und gleichzeitig passt das auch gerade gut zur Lage, diese seltsame Silvesterstimmung zwischen Hoffnungen, Vors&#228;tzen und W&#252;nschen f&#252;r das n&#228;chste Jahr.</p><div><hr></div><h3>Angesetzt</h3><p><em>Themen/ Projekte/ Gedanken, die ich in dieser Woche gestartet habe:</em></p><ul><li><p>Ganz mutig die Gurkerl vom Anzuchttopf ins Gew&#228;chshaus pflanzen</p></li><li><p>Wie schaffe ich es, wieder so etwas wie eine Routine in meinen Tagen hier zu etablieren?</p></li><li><p>Welche Home Office Life Hacks gibt es in Hinblick auf Bewegung, Fokus, andere Menschen sehen?</p></li></ul><p></p><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung &#252;ber die Lage.</em></p><p>Das Ausatmen eines warmen Ofens, das Abbrennen einer Wunderkerze, und immer wieder Tomatenstauden. </p><p></p><h3>G&#228;ren lassen</h3><p><em>An dieser Stelle jede Woche eine Frage an dich, &#252;ber die du nachdenken kannst, wenn du magst.</em></p><p>Wenn du vor einer Entscheidung oder schwierigen Situation stehst: Was ist das Beste, was passieren kann? Und mit welcher Person sprichst du solche Szenarien am liebsten durch?</p><div><hr></div><p>So viel zur Lage. &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich nat&#252;rlich sehr.</p><p>Bis n&#228;chste Woche, auf geht&#8217;s!</p><p>&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[03 | Pommes an der Riviera]]></title><description><![CDATA[Unser Radius erweitert sich und wir finden uns langsam zurecht, mit der Lage und der Selbstverst&#228;ndlichkeit eines Sommers.]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/03-pommes-an-der-riviera</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/03-pommes-an-der-riviera</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Sat, 22 Jun 2024 10:01:35 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/06744ac5-580f-40b3-b42a-8a8a9b3e6f62_1536x2048.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>In der letzten Woche war es hei&#223; im Burgenland. <br>Meine Arbeitskollegen in Hamburg sitzen mit wiederhervorgeholten oder sicherheitshalber noch nicht verr&#228;umten Strickjacken und Sweatern vor den Bildschirmen w&#228;hrend ich seit unserer Ankunft fast durchgehend kurze Hosen trage und barfuss durch Gras stapfe.<br>Hier gibt es ihn halt noch, den &#8220;echten Sommer&#8221;, und &#252;berhaupt, das &#8220;echte Wetter&#8221; mit kegelbahngrollendem Donner, gegen das Dachfenster prasselndem Sturzregen und eben der Sonne, die den Himmel blau gl&#252;ht. </p><p>Wir sprechen oft dar&#252;ber, was wir vermissen w&#252;rden und werden an Hamburg, denn die Antwort auf die Frage, ob wir das jetzt <em>wirklich</em> machen, wird immer eindeutiger. F&#252;r mich f&#252;hlt es sich so an, als m&#252;ssten wir zu irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft ein offizielles Statement dazu abgeben, um uns final festzulegen. Festlegen zumindest daf&#252;r, dass wir unser Leben ins Burgenland verlagern und dabei wissen, jederzeit auch wieder etwas anders versuchen zu k&#246;nnen. Der Gedanke ist wie ein Mantra um den Anschlussgedanken daran, die Schwere zu nehmen.</p><p>Aktuell steht auf der Liste der vermissenswerten Dinge zum Beispiel das durch die Stadt schlendern, um sich einen Ort zum Hinsetzen und Getr&#228;nk trinken auszusuchen, im <a href="https://www.instagram.com/kiosque.hamburg/?hl=de">kiosque </a>zum Beispiel, oder bei <a href="http://www.thaemers.de/">Th&#228;mer&#8217;s</a> am Gro&#223;neumarkt, Leute beobachten und dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit niemandem zu begegnen, der einen einer Adresse oder einem Familiennamen zuordnen kann oder aber sofort erkennt, das man <em>zuagroast</em> ist. Auch die Sehnsucht an irgendwas mit Pistazie, so ein Pistaziencroissant oder so, kommt uns, w&#228;hrend wir wieder in die Topfengolatsche vom <em>Frischetreff</em> ums Eck bei&#223;en.<br>So sch&#246;n der Garten und unsere EM Public Viewing Abende mit dem Vater nebenan (der im &#220;brigen das 3:1 gegen Polen getippt hat) auch sind, langsam begeben wir uns in eine Phase in der sich unser Radius &#252;ber die Fahrten zum Supermarkt oder ins OBI Gartencenter ausdehnen sollte.</p><p>Die n&#228;chstgr&#246;&#223;ere Stadt in der N&#228;he hat ca. 7000 Einwohner. Die Freunde der Freundin, die immer noch oder wieder zur&#252;ck in der Gegend wohnen, erz&#228;hlen uns von einer Weinbar, die es dort gibt, inzwischen auch mit Premiumkaffeespezialit&#228;ten und Mitnahmeaktionen  (<em>5+1 gratis!</em>) f&#252;r das Mehlspeisenangebot und einem sauguten Bistro am Hauptplatz. Da m&#252;ssten wir aber mit dem Auto hin, um daraus nicht eine ausgiebige <em>Fahrradtour</em> zu machen.</p><p>F&#252;rs erste schaffen wir es zum Feierabend an die <em>Rohrbacher Riviera, </em>wie wir sie getauft haben: Eines der wenigen gastronomischen Angebote in unmittelbarer N&#228;he, der Kantine am Badeteich, zu der man auch als nicht-Badegast Zugang hat.<br>Als wir ankommen, mit unseren Leinenhosen und Sonnenbrillen, ist sie wieder da, die Gro&#223;stadt, die man uns ansieht zwischen den schnell &#252;ber den Bikini geworfenen T-Shirts, engen Radlerhosen und Vereinsjacken. </p><p>Was ich gelernt habe: Alle Anwesenden einfach so selbstverst&#228;ndlich gr&#252;&#223;en, als w&#252;rde man sich kennen, ein <em>Servus die Damen </em>vom Stammtisch vor der Kantine, ein <em>M&#228;dels, was wollt&#8217;s trinken?, </em>von der Bedienung. </p><p>Wir teilen uns eine richtig gute Pommes mit Ketchup/Majo im Sonnenuntergang. Der Bademeister r&#228;umt langsam zusammen, Jungs rennen mit Ronaldo Trikot &#252;ber die Wiese. Am Tisch nebenan st&#246;&#223;t eine Gruppe Ungarinnen, die mit ihren E-Bikes hier Halt machen, mit Schaum in den Gl&#228;sern an. Vom Tennisplatz nebenan weht gelegentlich der &#196;rger &#252;ber einen Ball im Netz her&#252;ber. Eine Unke unkt vom Badeteich. </p><p>Wien ist nicht einmal eine Stunde entfernt. Da gibt&#8217;s bestimmt auch irgendwo Pistaziencroissants. Aber f&#252;r den Abend f&#252;hlt sich die <em>Rohrbacher Riviera</em> ziemlich richtig an.</p><p></p><div><hr></div><h3>Angesetzt</h3><p><em>Themen/ Projekte/ Gedanken, die ich in dieser Woche gestartet habe:</em></p><ul><li><p>Ausprobieren einer Pogatscherlvariation mit Kr&#228;utern statt Grammeln und Buttermilch (f&#252;hle mich sehr gro&#223;st&#228;dtisch in diese Moment und m&#246;chte betonen, dass diese Idee nicht aus einem weltverbessernden Motiv entstanden ist, sondern aus dem Fehlen von Grammeln im K&#252;hlschrank und der Ungeduld erst einkaufen zu fahren, um mit dem Backen anfangen zu k&#246;nnen.)</p></li><li><p>Die M&#246;glichkeiten eines m&#246;glichen burgenl&#228;ndischen B&#252;roalltags erkunden</p></li></ul><p></p><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung &#252;ber die Lage.</em></p><p>Staubig aufgeheiztes Eselfell, Tomatenstauden, richtig reife, warme Pfirsiche, roter Tennissand</p><p></p><h3>G&#228;ren lassen</h3><p><em>An dieser Stelle jede Woche eine Frage an dich, &#252;ber die du nachdenken kannst, wenn du magst.</em></p><p>Was ist ein Gegenstand oder ein Ritual, das dir sofort das Gef&#252;hl gibt, zuhause zu sein?</p><div><hr></div><p>So viel zur Lage.  &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich nat&#252;rlich sehr.</p><p>Bis n&#228;chste Woche, auf geht&#8217;s!</p><p>&#8211; Das Pogatscherl</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://pogatscherl.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass Sie pogatscherl | Ankommen im Burgenland lesen! Schlie&#223;en Sie ein Free-Abonnement ab, um &#252;ber neue Posts benachrichtigt zu werden und meine Arbeit zu unterst&#252;tzen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[02| Österreich- Frankreich.]]></title><description><![CDATA[Heimlich oder unheimlich auf ein kleines Wunder hoffen.]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/osterreich-frankreich</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/osterreich-frankreich</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Tue, 18 Jun 2024 05:09:55 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/76634014-5c39-485f-8576-8d9e8f635951_3456x4608.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben uns eine Public Viewing Area im Garten aufgebaut. <br>Auf dem kleinen runden Tisch steht der Fernseher unter zwei orangenen Sonnenschirmen, die H&#246;rner der TV-Box angeschlossen an ein rotes Verl&#228;ngerungskabel schauen wie Hasenohren aus dem Gras. Eine der beiden Katzen ist irritiert von Ver&#228;nderungen jedweder Art. F&#252;r sie ist das gerade &#228;u&#223;erst <em>disturbing</em>, ein anderes Wort f&#228;llt mir nach dem ersten Tag zur&#252;ck auf der Arbeit gerade nicht ein. Sie n&#228;hert sich einige Male vorsichtig der Situation, springt dann pl&#246;tzlich vom Boden auf wie zum Kopfball oder l&#228;uft ganz unbeeindruckt wieder weiter, als w&#228;re gar nichts passiert. Wir wundern uns h&#228;ufiger &#252;ber sie, z.B. wenn sie es nicht schafft auf einen anderen der drei Gartenst&#252;hle zu liegen als dem ihren oder minutenlang auf unsichtbare Erscheinungen fokussiert ist, die nicht einmal von der anderen Katze bemerkt werden k&#246;nnen. Ich hatte auch schon die Theorie in den Raum geworfen, dass sie einfach so hoch entwickelt ist, dass wir das nicht mehr nachvollziehen k&#246;nnen. Darauf bekam ich den gleichen mitleidig liebevollen Blick wie sie. Aber wer wei&#223;.</p><p>&#214;sterreich ist aufgeregt. In den Zeitungen gab es am Wochenende die f&#252;r Fussballevents jeder Art &#252;blichen Inhalte wie L&#228;ndervergleiche (Croissant vs. m&#252;rbes Kipferl; Le Pen vs. Herbert Kickl; Champs &#201;lys&#233;es vs. Prater Hauptallee). Frankreich ist nat&#252;rlich klarer Favorit, erwische ich mich dabei, wie ich beim Kicktipp auf der Arbeit auch nicht nur aus patriotischen Gef&#252;hlen auf 2:1 f&#252;r die &#214;sterreicher tippe, mit so einem nicht laut ausgesprochenen Gef&#252;hl, dass es ja doch was werden k&#246;nnte, so eine kleine &#220;berraschung eben, vom <em>Underdog</em> gegen die Franzosen mit den wundersch&#246;nen Trikots, den tollen Haaren und eben Mbapp&#233;. Der Sieg w&#228;re gut f&#252;r das n&#228;chste Spiel gegen die Polen und dann die Niederlande (die sich den Kommentaren zufolge schon so anh&#246;ren, als w&#252;rden wir sie sicher gewinnen, nach Frankreich ist das alles nur noch Formsache). </p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://pogatscherl.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass Sie pogatscherl | Ankommen im Burgenland lesen! Schlie&#223;en Sie ein Free-Abonnement ab, um &#252;ber neue Posts benachrichtigt zu werden und meine Arbeit zu unterst&#252;tzen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p>Die &#214;sterreicher ackern<em>, </em>sie arbeiten. Es ist ein richtig k&#246;rperliches Match mit Blut und Kopfverband. Und naja, eben auch einem tragischen Eigentor.  </p><p>Ich habe heute mehreren Menschen in unterschiedlichen Kontexten (beruflich, halb-beruflich, dem besten Freund) von der <em>Lage </em>berichtet. Es tat gut auszusprechen, was ist, um dem etwas mehr Wirklichkeit zu verleihen und dann wieder kurz Unkraut auszurupfen, f&#252;r die zus&#228;tzliche <em>Erdung. </em>Vielleicht ist das ja gerade eines dieser kleinen Wunder, eine eben auch sehr sch&#246;ne Sache, die da mit uns passiert. Und indem man sie ausspricht, zu formulieren versucht, gewinnt man jedes Mal mehr Vertrauen darin, dass das alles schon gut wird und das <em>Wunder</em> f&#252;hlt sich weniger wunderlich an, sondern nach einer immer noch aufregenden, aber realen Option.</p><p></p><p><em>&#8220;Zumindest haben die &#214;sterreicher das Tor geschossen,&#8221;</em> meint die Freundin nach dem Spiel. Der Vater nebenan nickt und l&#228;chelt und ich glaube, ich hatte das Gl&#252;ck gerade typisch burgenl&#228;ndisches Verhalten zu beobachten.</p><p></p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://pogatscherl.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass Sie pogatscherl | Ankommen im Burgenland lesen! Schlie&#223;en Sie ein Free-Abonnement ab, um &#252;ber neue Posts benachrichtigt zu werden und meine Arbeit zu unterst&#252;tzen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[01 | Der perfekte Zeitpunkt]]></title><description><![CDATA[Die "Lage" oder: Wie einem das Leben manchmal Entscheidungen abnimmt, daf&#252;r aber auch beim Zeitpunkt mitbestimmen m&#246;chte]]></description><link>https://pogatscherl.substack.com/p/01-der-perfekte-zeitpunkt</link><guid isPermaLink="false">https://pogatscherl.substack.com/p/01-der-perfekte-zeitpunkt</guid><dc:creator><![CDATA[Frida Großhammer]]></dc:creator><pubDate>Mon, 17 Jun 2024 05:09:20 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/ef5d9a4f-43d9-4f73-9587-32fb9c6fc1d6_1080x1080.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>In dieser ersten Ausgabe des <em>Pogatscherls</em> geht es um die &#8220;Lage&#8221;, wie wir sie nennen. Denn seit nicht einmal vier Wochen dreht sich das Leben von meiner Partnerin und mir in eine Richtung, die an sich eine sch&#246;ne ist, die jedoch aus einer traurigen Notwendigkeit entstanden ist.</p><p>Wir sind vor wenigen Wochen aus Hamburg vor&#252;bergehend zur&#252;ck in ihr burgenl&#228;ndisches Heimatdorf gezogen, um Abschied zu nehmen von einem lieben Menschen aus ihrer Familie und die Situation vor Ort zu organisieren. Seitdem wohnen wir dort mit zwei bis drei Katzen ihrem Vater nebenan und Resi&#8217;s Frischetreff um die Ecke.</p><p>Von der Gro&#223;stadt raus aufs Land- ein Traum, oder? </p><p>Was wir damals noch nicht wussten, ist, dass sich aus dieser vor&#252;bergehenden Situation eine ernsthafte Lage entwickeln w&#252;rde. Denn pl&#246;tzlich befinden wir uns an einem Ort, den wir uns f&#252;r unsere Zukunft zwar gew&#252;nscht hatten- sprich: Haus auf dem Land, Tomatenstauden, Barfusslaufen - gleichzeitig aber auch vor Fragen und Entscheidungen, auf die wir nicht gefasst waren, zumindest zu diesem Zeitpunkt und mit dieser unbedingten Dringlichkeit noch nicht. Denn da, wo ein Mensch fehlt, entsteht nicht nur eine L&#252;cke im Herz. Das ganze System ist ver&#228;ndert und wir versuchen es seitdem so gut wie m&#246;glich am Laufen zu halten, was Fahrten zur Apotheke genauso einschlie&#223;t wie S&#228;cke von Unkraut zu j&#228;ten, Rasen zu m&#228;hen und sich Orte f&#252;r die Dinge zu &#252;berlegen, die &#252;brig geblieben sind.</p><p>Es geht auf einmal unweigerlich um die gro&#223;en Themen- den Tod und das (Weiter-)leben, die Frage, wo man zuhause ist und wie man ein Zuhause schafft, das Weggehen und Ankommen. </p><p>In regelm&#228;&#223;igen Abst&#228;nden, bzw. eigentlich jeden Abend und auch oft einfach so, zwischendurch, sitzen wir zusammen und besprechen diese Lage, jede von uns mit unterschiedlichen Schwerpunkten, darunter unter anderem:</p><ul><li><p>Wie damit umgehen, wenn die eigenen Eltern pl&#246;tzlich Unterst&#252;tzung ben&#246;tigen?</p></li><li><p>Was w&#252;rde ein Umzug ins Burgenland f&#252;r mich und meine tolle Arbeit in Hamburg bedeuten?</p></li><li><p>Was w&#252;rden wir zur&#252;cklassen an Menschen, Orten, Ritualen- und wie k&#246;nnten wir es schaffen, die Dinge mitzunehmen, die wir behalten wollen?</p></li><li><p>Wie k&#246;nnte man Anschluss finden, an einem Ort, an dem man niemanden kennt? </p></li><li><p>Wie ist das Landleben, wenn die Sonne nicht scheint?</p></li><li><p>Was lernen wir dabei, jede f&#252;r sich und auch &#252;ber einander?</p></li></ul><p>Und nebenbei: Wie ist es eigentlich, das Burgenland? </p><p>Um zu greifen, was gerade passiert, und auch schon mit dem Gedanken an ein Sp&#228;ter, von dem aus wir auf die seltsame Zeit jetzt zur&#252;ckblicken k&#246;nnen, startet das Projekt <em>Pogatscherl</em>: </p><p>Einmal die Woche gibt es in diesem Newsletter einen Lagebericht- und versprochen, nach diesem vielleicht etwas fundamental anmutendem initialen Scene-Setting auch mit leichteren Themen wie Sprossengl&#228;sern, und Beobachtungen &#252;ber das Burgenland und Begegnungen mit seinen Menschen. </p><p>Begleitendes Anschauungsmaterial gibt es zudem auf<a href="https://www.instagram.com/das_pogatscherl/"> Instagram</a>. </p><p></p><p>Und weil es der erste Newsletter ist, wird hier noch ein bisschen mehr erkl&#228;rt als sonst. Mit den folgenden Kategorien starten wir vorerst einmal und sehen, wie weit wir kommen.</p><p></p><h3>Angesetzt</h3><p><em>Themen/ Projekte/ Gedanken, die ich in dieser Woche gestartet habe und deren Entwicklung ich weiter verfolgen werde.</em></p><ul><li><p>Was macht ein Sieg/Niederlage/Unentschieden der &#246;sterreichischen Mannschaft mit den Menschen hier?</p></li><li><p>Hilft Schafswolle wirklich nachhaltig gegen Schnecken? (Tipp von meiner steirischen Oma)</p></li><li><p>Wie schaffen wir es, mit dem Fahrrad einkaufen zu gehen und das Auto stehen zu lassen?</p></li></ul><p></p><h3>Das liegt in der Luft</h3><p><em>Im Burgenland geht es viel um Wein. Deshalb an dieser Stelle immer eine kurze olfaktorische Beschreibung &#252;ber die Lage.</em></p><p>R&#246;staromen eines Knoblauch-Baguettes, die  taufeuchte Erde eines Ameisenh&#252;gels, istrisches Meerwasser, das sich an einen Felsen lehnt</p><p></p><h3>G&#228;ren lassen</h3><p><em>An dieser Stelle jede Woche eine Frage an dich, &#252;ber die du nachdenken kannst, wenn du magst. </em></p><p>Denk an eine Entscheidung, die vor dir liegt. Woher wei&#223;t du, dass es an der Zeit ist, sie zu treffen?</p><p></p><div><hr></div><p>So, Nummer eins ist geschafft. &#220;ber Feedback, Fragen und alles dazwischen freue ich mich sehr.</p><p>Bis n&#228;chste Woche,  auf geht&#8217;s! </p><p>&#8211; Das Pogatscherl</p>]]></content:encoded></item></channel></rss>